So

22

Aug

2021

Wider das Schreiben für lau

Ich schreibe, weil ich schreiben möchte. Weil Schreiben Neues im Denken, aber auch im Fühlen eröffnet. Es ist keine rein intellektuelle Erfahrung. Es hat mit Lust und Frust zu tun. Im Vorgang des Schreibens eine neue Welt zu erschaffen, in der alles möglich sein kann, ist günstigstenfalls ein Tun, bei dem ich bei mir bin, ohne gleichzeitig eine Außenperspektive aufrechtzuerhalten, man nennt es auch Selbstvergessenheit.

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Mo

21

Jun

2021

Bachmannpreis 2021

Seit 2012 kommentiere ich den Literaturwettbewerb um den Bachmannpreis. Hier im Blog, in der Reihe "Bachmann und Brockmann" auf literaturcafe.de, im Podcast mit Wolfgang Tischer oder auf Twitter. Oft von zuhause aus, mehrere Jahre auch vor Ort in Klagenfurt.

In diesem Jahr gibt es reinen Tweet-Kommentar. Für die, die live mitgezwitschert haben zur stichwortartigen Erinnerung. Für die, die nicht bei Twitter angemeldet sind, als atmosphärisches (Einzel-) Zeugnis, wie es beim Twittern mit dem Hashtag #tddl zugeht.

Natürlich ist das nicht repräsentativ, aber das sind Kurzreportagen, Interviews, Zusammenfassungen auch nicht.

Ich habe nicht zwischen allem ausgewählt, sondern beschränke mich auf meine eigenen Tweets. Die situative Verknappung ist unverändert beibehalten. Auf Kommentare, Antworten, Likes und Retweets verzichte ich, das hätte den Rahmen gesprengt. Außerdem kann die geführte Diskussion ja jederzeit auf Twitter nachgelesen werden.

 

Die Jury: Insa Wilke - Klaus Kastberger - Mara Delius - Michael Wiederstein - Vea Kaiser - Philipp Tingler - Brigitte Schwens-Harrant

 

Biographische Angaben zu den AutorInnen hier.  Die Texte können nachgelesen werden hier.

 

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Mo

24

Mai

2021

Prosaminiaturen - 2

 

 

Frau Steeck und Herr Leinenweber treffen aufeinander wie eine verfehlte Bot­schaft. Man kann die Zeit nicht zurückdrehen, sagt Frau Steeck. Auf der Mauer, auf der Lauer sitzt 'ne kleine Wanze, sagt Herr Leinenweber und ist kaum mehr von den Insektenhotels wegzulotsen. Der botanische Garten schließt um 19:00 Uhr. Auf dem Rückweg hätte man in der Pizzeria Diavolo einkehren kön­nen, hätte auf den Straßenbahnschienen nicht dieses Kind gelegen. Ein etwa acht­jähriges leicht geschminktes Mädchen im Sonnenblumenkostüm. Eine Finte, sagt Herr Leinenweber, komm, lass uns wei­tergehen. - Wir können sie doch nicht einfach da so liegen lassen, sagt Frau Steeck und reisst sich los. Die Haut des Kindes ist kalt, in seinem Gesicht ein Lächeln. Frau Steeck legt sich auf den leblosen Körper. Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius, Sophia – wie eine nicht enden wollende Litanei geht es ihr durch den Sinn. Herr Leinenwe­ber kickt eine Kastanie gegen das Halteschild. Er schaut auf die Uhr und geht heim.

 

 

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Do

13

Mai

2021

Prosaminiaturen - 1

 

 

Literarisch verdichten, ohne zu dichten, ergibt Prosaminiaturen.

 

Erstaunlich, dass in der Welt von Kurznachrichtendiensten, Social-Networking, E-Mails und SMS diese Kurzform wenig Resonanzraum - schon gar nicht in Verlagshäusern - findet.

 

Mir gefällt sie - und auch, wie zum Beispiel Adelheid Duvanel oder Ror Wolf sie in je eigener Weise perfektioniert haben.

 

Darum bastele ich weiter an meinen Prosaminiaturen und werde sie in unregelmäßigen Abständen hier (und vielleicht auch andernorts) veröffentlichen.

 

 

Frau Wenck ist eine mutige Whiskeytrinkerin mit dünnen Lippen und dicken Zehennägeln. Noch trinkt sie in dem kleinen Haus, das sie von ihrer Mutter gerbt hat. Bald werden hier andere wohnen, vielleicht ein kinderliebendes Paar, das weder Frau Wenck noch deren Mutter kennt. Auch im Garten steckt Potential. Früher hat Frau Wenck noch Hilfsbedürftigen über die Straße gehol­fen. Jetzt bleibt sie am Fenster stehen und schaut ihnen nur zu. Eine fröhliche Gauklerin sei sie gewesen, sagen Freunde von einst. An die kann sie sich nicht erinnern. Der Wind heult wie ein Kranichzug unter flamingofarbenem Himmel. In der Ferne taucht die Gestalt des Einbeinigen auf, ein stabiler Unhold, dem ein Faustschlag mit der Kraft von 1240 Mäusen nichts anhaben kann. Ihn wird sie fragen.

 

 

 

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So

24

Jan

2021

DAS HAUS - Sonntagsgabe für alle Lockdown-Geschädigten und "Clubhouse"-Genervten

 

Doris Brockmann

 

Das Haus

 

Wir gingen nachhaus. Und das Haus war nicht mehr da. Die Tür, die wir aufschließen wollten, war nicht mehr da. Die Fenster, durch die wir hinein­schauen wollten, waren nur Luft, Luft ohne Rahmen. Wir schüttel­ten die Köpfe und stellten uns auf das Grundstück – immer­hin war das noch da. Erst einmal abwarten, Zeit gewinnen, nachdenken.

 

Im Nachbarhaus, stand jemand hinterm Fenster. Wir winkten herüber. Der Jemand trat einen Schritt zurück. Wir gingen das Grund­stück ab, setzten Fuß vor Fuß, keinen Zentimeter auslassend. Wir hatten Boden unter den Fü­ßen. Das war ja nicht nichts. Aber es war zu wenig. Wir irrten über das Grund­stück, stampften mit den Füßen auf und schrieen, rauften uns die Haa­re, krallten die Finger in den Boden, Speichel tropfte uns vom Kinn.

 

Der Briefträger kam vorbei, stellte das gelbe Fahrrad ab und übergab uns die Post. Er komme doch viel herum, da höre und sehe er doch eine Menge, sagten wir, ob er nicht wisse, was geschehen sei. Es werde erzählt, sagte er, jemand sei hier auf den Plan getreten, in der Hand ein graues Wischtuch und habe alles restlos weggewischt. Aber das könne man doch nicht machen, so könne man doch nicht miteinander umgehen, das sei unzumutbar, unzumut­bar sei das. Er wisse es doch auch nicht, sagte der Briefträger, er sei doch nur der Überbringer der Nachricht, man dürfe ihm keinen Strick daraus dre­hen. Niemand wolle ihm einen Strick drehen, sagten wir, aber er müsse uns doch auch verstehen, wir befänden uns im Ausnahmezustand. Das sähe er, sagte der Briefträger und umklammerte die Griffe des Fahrrads. Im Ausnah­m­ezustand. Jaja, er müsse nun weiter, er sei schon spät dran, einen schönen Tag noch.

 

Wie wir das hassten, dieses „Einen schönen Tag noch“, das einem ständig hinterhergerufen wurde. Ratlos standen wir auf unserem Grund und Boden. Von wo sollte Hilfe kommen? Im Dämmerlicht sahen wir drüben an der Bus­hal­t­e­stelle einen Mann, eingeknickt wie ein abgebrannter Feuerwerks­körper in einer leeren Wein­flasche. Ob warten sich lohnt, weiß keiner so ge­nau. Die Sterne hielten Blick­kontakt, als säßen sie auf der anderen Seite des Bewer­bungs­gesprächs, voraus­ahnend, dass das Ganze nicht gut ausgehen würde. Wir versuchten, uns von unserer besten Seite zu zeigen, richteten uns auf, redeten, schwadro­nierten, sangen Lieder, bis uns die Gaumen­zäpfchen am Rachen klebten, trocken und brechreizerregend. Da erst bemerkten wir, dass wir die ganze Zeit vergessen hatten, zu essen und zu trinken. Wir gin­gen hinüber zum Kiosk, kauften belegte Brote, Wasser und Wein und beeil­ten uns, zurück­zukehren zu unserem Haus, das nicht mehr da war.

 

Wir hatten gehört, „Angst“ stamme von „Enge“ ab. Wenn das stimmte, mussten wir uns also keine Sorgen machen. Wir nahmen einen großen Schluck aus der Weinflasche, warfen die Briefe in die Luft, sangen ein Lied nach dem anderen und gruben uns kleine Bettmulden in den Boden. Ja, wir ließen uns nichts anmerken. Der Mond schien dazu. Wir schmiegten uns in die Erdmulden, schauten zum sternklaren Himmel, deckten uns mit unseren Armen zu und warteten auf den Schlaf. Möglich, dass uns ein Hauch von Wohlig­keit überkam. Wir versuchten, uns etwas vorzustellen. Es misslang. Wir waren keine Strategen. Der Nachtwind fuhr sanft über unsere Wangen. Wir würden aufpassen müssen, nicht zu verwahrlosen.

 

(Der Text ist eine überarbeitete Fassung meines "Text des Monats" (XI-2014) im Literaturhaus Zürich.)

 

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So

06

Dez

2020

Nikolaus-Special: Aus der Kuranstalt

 

Wanne

 

„Total toll. Ich geh da richtig ab!“ hatte mein Tischnachbar Markus kurz vor seiner Abreise über die „Aquaschmerz,-stress Therapie“ geschwärmt. Viel mehr, als dass man dabei mit Kopfhörern im Wasser schwebt und vor lauter Entspannung „richtig abgeht“, war von ihm über diese seltsame Therapie nicht zu erfahren gewe­sen.

Nun steht sie auf meinem Tagesplan und so marschiere ich weitge­hend ahnungslos in die Bäderabteilung. Grübeleien über den Na­men der Behandlungsmaßnahme versage ich mir. Ich begnüge mich damit, dass nicht gemeint sein kann, was da steht: Ich will keinen Schmerz im Wasser haben und auch keinen Stress!

 

Ein zart gebauter Mann öffnet vorsichtig die Tür und begrüßt mich im Flüsterton. Er heißt Dr. Schoreschnikow und geleitet mich hin­ter eine hellblaue Gardine. Dort steht in einem Baderaum, der mich an Badezimmer aus Heinz-Erhardt-Filmen erinnert, eine wasserge­füllte Wanne. Dr. Schoreschnikow sagt leise: „Äs chandelt sich chier um Therapie, wo wir wollen Schmerz besiegen durch Stereo-Tiefensuggestionsprogramm.“ – Ah so. Inzwischen habe ich begriffen, warum wir uns nur flüsternd unter­halten dürfen: Hinter den anderen hellblauen Gardinen liegen be­reits Menschen in Tiefensuggestion.

 

Alles, was Dr. Schoreschnikow nun einleitend über den Schmerz referiert, leuchtet mir ein: Wenn man noch so starke Schmerzen hat und plötzlich steht ein Tiger in der Tür, nimmt man den Schmerz nicht mehr wahr und rennt los. Ergo: „Schmerz ist komplexe Sin­neswahrnehmung mit chohem psychischen Anteil.“ Hier setzt das schmerzbesiegende Aqua-Heilprogramm an, bei dem im Zustand höchster Entspannung positive Tiefensuggestionen vermittelt wer­den, die alte Wahrnehmungsmuster körperlicher Pein überlisten sollen.

 

Sodann geht’s in die Bütt. Sehr schön warmes Wasser. Dr. Schore­schnikow behängt mich mit Schwimmhilfen, so dass ich rücklings auf dem Wasser schwebe. Besorgt fragt er immer wieder, ob alles in Ordnung und angenehm sei. Dann bekomme ich einen Kopfhö­rer auf die Ohren und den Hinweis, die Augen zu schließen, denn die Heilwirkung sei tiefer, wenn nur der auditive Kanal geöffnet sei. Auch soll ich nicht auf das achten, was die Stimmen im Kopf­hörer sagen, sondern mich einfach fallen lassen und entspannen: „Hören, ohne direkt hinzuhören.

 

Also gut und los. Entspannungsmusik wie bei der Chakraharmoni­sierung, Einladung zu einem gedanklichen Sommerspaziergang wie bei einer Phantasiereise und Lockerungsanleitungen wie beim auto­genen Training, Feldenkrais oder der progressiven Muskelentspan­nung. Soweit so angenehm. Wäre da nicht dieser Kopfhörer, der von dem Luftpolsterkissen unter meinem Nacken weggeschoben zu werden droht. Wenn ich das nun zu richten versuchte, würde das Wasser plätschern, der nette Dr. Schoreschnikow herbeieilen und enttäuscht sein, dass ich nicht richtig entspanne. Also lass ich das. Richtig entspannen kann ich nicht, weil ich die ganze Zeit denke, der Kopfhörer rutscht ab, und ich den Kopf starr halte, dass das nicht passiert. Schade um meine erste Aquaschmerzstresstherapie­stunde

 

Doch dann fällt mir ein, was Dr. Schoreschnikow vorhin sagte: Störungen könne man wegatmen. Falls das nicht funktioniere, solle man sie in positive Ereignisse umdenken. Hm. Versuch macht kluch: Ausatmen – „Der wegrutschende Kopfhörer ist mir angenehm.“ – Einatmen – „Jedes leichte Verschieben ist mir angenehm.“ – Pfhhh „Es fördert meine Entspannung.“ – Hmm.– „Je mehr er weg­rutscht, desto tiefer entspanne ich.“ – Pfhhh – „Das Wegrutschen ist schön.“ – Hmm. – Pfhhh. Es funktioniert. Ich bin wirklich ent­spannter. Toll. Ich darf jedoch nicht weiter darüber nachdenken. Denn eine der Stimmen aus dem wegrutschenden Kopfhörer sagt mehrfach: „Nichts denken, nichts müssen, kein Grübeln. Ach wie schön ist das hier im Wasser. Ich schaukele ein wenig und vertraue der Stimme, die verheißungsvoll flüstert: „Ich besiege den Schmerz. Ich bin stärker als der Schmerz.“

 

Ich fühle mich wohler und wohler. Die Verspannung im Nacken ist nicht mehr zu spüren. Ich höre verschiedene Stimmen, leise, aber bestimmt, von recht und von links und durcheinander. Ich kann nicht alles verstehen, soll ich auch gar nicht, will ich auch gar nicht. Ach, wenn ich doch die ganze Nacht hier so liegen könnte! – Was war das? Tatsächlich! Gerade hat eine der Stimmen zweimal ge­sagt: „Ich bin meine örtliche Betäubung.“ Dasjanding! Hoffentlich dübelt sich diese Suggestion ganz, ganz, ganz, ganz fest in mein Unbewusstes! „Ich bin meine örtliche Betäubung.“ Yippie!!

 

Das Deckenlicht flackert auf. Dr. Schoreschnikow nähert sich auf leisen Sohlen, befreit mich von Schwimmhilfen und dem Kopfhö­rer, fragt fürsorglich nach meinem Befinden und verabschiedet mich nach meinem kleinen Erlebnisbericht mit den Worten: „Die nächsten zwanzig Minuten alles langsam machen.“

Ich kann noch länger, denke ich und freue mich auf mein Bett

 

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So

06

Sep

2020

Leaving Twitter

 29.Juni 2012
@FrauZiefle Ich bin Ihrem Rat gefolgt und versuche es - Mönsch ist das noch alles undurchsichtig!

*****

20.07.2020

Warum #weitermachen, wenn die meisten Sachen, die ich mache, hier doch kaum wen interessieren. Also hör ich auf. Ich danke für Vieles, tolle Leute, die ich hier kennengelernt habe. Alles Gute!

*****

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Mo

20

Jul

2020

Asklepios - Montags immer der Bär los

Freitag, 09:30 Uhr (in Vertretungspraxis): Rufen Sie Montag gegen 10:00 Uhr an, dann sind die Laborwerte da.

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So

12

Jul

2020

"Nur ein kleines bisschen Glück"

Am 5. Oktober 2018 wurden Wilfried W. zu elf Jahren, Angelika W. zu dreizehn Jahren Haft wegen zweifachen Mordes und Mordes durch Unterlassen verurteilt. Seit Beginn der Ermittlungen und während des zwei Jahre dauernden Prozesses war der Kriminalfall unter den Stichworten "Horrorhaus Höxter" und "Foltermord Bosseborn" medienwirksam in der Öffentlichkeit präsent.

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Di

16

Jun

2020

Her mit ein paar neuen Kriterien!

So vieles anders bei den diesjährigen "Tagen der deutschsprachigen Literatur" (TddL): kaum Publikum vor Ort, geschweige denn Autor*innen, stattdessen Schaufensterpuppen, Trödel und ein Kommentato*innen-Dreigestirn im Studio, die Jury "unter Hausarrest". Wie wirkt sich das auf die Urteilsfindung aus?

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Sa

13

Jun

2020

Kein Klagenfurt. Lang lebe Klagenfurt!

Klagenfurt ist nicht nur die Hauptstadt des österreichischen Bundeslandes Kärnten, sondern auch die des außergewöhnlichsten Literaturpreisevents im deutschsprachigen Raum. "Klagenfurt" ist ein Synonym für "Bachmannwettbewerb" und "Tage der deutschsprachigen Literatur" (TddL).

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Do

16

Apr

2020

Jetzt helfe ich mir selbst

oder Wenn's nicht weitergeht, geht's weiter.

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Mo

11

Nov

2019

erostepost-Literaturpreis 2019

Wenn woanders die Karnevalssession eröffnet wird, verleiht man in Salzburg den erostepost-Literaturpreis ...

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Mi

12

Jun

2019

mit-mischen

Jetzt ist schon wieder eine neue Literaturzeitschrift auf dem Markt.

Und schon wieder kommt sie aus Graz.

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Mi

30

Jan

2019

"Dahinter" Graz

Es gibt da diese Kurzgeschichte.

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Mo

07

Jan

2019

Kassensturz 2018

Ich bin in Verzug. Seit einem halben Jahr wurde hier nicht mehr gebloggt. Das Türmchen mit den Rezensionsexemplaren schaut mich vorwurfsvoll an. Die erste Woche des neuen Jahres ist vorbei - und ich mache mich erst jetzt an einen kleinen Rückblick.

Ich bin in Verzug. Nur so komme ich mit dem Schreiben voran. Dem eigentlichen.

 

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So

08

Jul

2018

Inhaltismus - Die Preise der TddL 2018

Die Gewinner sind gekürt. Die Mehrheit ist's zufrieden.

Die Jury - so mein Eindruck - nicht. Ich auch nicht.

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Sa

07

Jul

2018

Falsches und echtes Geklingel - 3. Lesetag TddL 2018

"Ich glaube, dass die Gedanken, die wir haben, die sich theoretisch in uns befinden oder lauern oder die sowohl möglich wie wirklich wären, einem gigantischen Ozean gleichen und immer da sind. Und dass sie dann an einen Strand gespült werden, der sinnbildlich für den Akt der Ausfor­mulierung steht."

 

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Fr

06

Jul

2018

"Texte, die auf Affekte setzen" - 2. Lesetag TddL 2018

Heute lasen Corinna T. Sievers (Gomringer), Ally Klein (Wiederstein), Tanja Maljartschuk (Gmünder), Bov Bjerg (Kastberger) und Anselm Neft (Gomringer).

Wie schon in meinem gestrigen Beitrag werde ich hier keine Zusammenfassung sämtlicher Texte und Jurydiskussionen liefern, sondern einige für mich interessante Aspekte des zweiten Klagenfurter Lesetages herausgreifen. (Die vorgestellten Texte können hier nachgelesen bzw. heruntergeladen werden.)

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Do

05

Jul

2018

"Das Loch ist die Welt" - 1. Lesetag TddL 2018

Ich könnte das Resümee des 1. Lesetages in Klagenfurt ungefähr so starten:

 

Den Auftakt machte Raphaela Edelbauer. Sie ist die einzige Teilnehmerin aus Österreich und von Klaus Kastberger eingeladen. Ihr Text "Das Loch" erinnerte mich an eine Mixture aus Dorothee Elmigers "Einladung an die Waghalsigen" und Marie Gamillschegs "Alles was glänzt" mit einem Schuss Franz Kafkas "Das Schloss". Kein Landvermesser, sondern ein Auffüllungstechniker kommt in ein Dorf, das von einem Bergwerk bedrohlich unterhöhlt ist. Im sachlichen Protokollstil werden Arbeitsschritte beschrieben und die Szene einer Hinrichtung von Hunderten KZ-Insassen, die im Bergwerk Zwangsarbeit verrichten mussten ...

 

Aber eigentlich will ich den zahlreichen Text-und-Jurydiskussions-Nacherzählungen, die heute - und in den kommenden Tagen -  in Blogs, Feuilletons, Podcasts und Radiosendungen erscheinen, nicht noch eine weitere hinzufügen. Eigentlich will ich Eindrücke schildern, subjektiv, unausgewogen und ins Offene, wie im Gespräch mit guten oder weniger guten Freunden oder zufälligen Bekanntschaften, die sich gerade eben, etwa auf dem zur Stunde stattfindenden Empfang der Klagenfurter Bürgermeisterin, hätten ergeben können.

 

Ich würde sagen: Toll, wie die zwei neuen Jurorinnen gleich das Heft in die Hand genommen haben. Kein "erstmal abwarten, wie die alten Hasen aufschlagen", sondern gleich drauflos. Insa Wilke, präzise in der Analyse und hartnäckig im Klärungsbedürfnis, den AutorInnen als direkte Gesprächspartnerin stets zugewandt und in der Verteidigung des von ihr eingeladenen Autors (Joshua Groß) kampfbereit wie eine Löwenmutter. Nora Gomringer - Hurra! nach langer Zeit endlich mal wieder eine Schriftstellerin in der Jury - nähert sich mit handwerklichem Interesse und Genauigkeit den Texten, sorgt für (nicht blödelnden) Witz - der Kalauer des Tages „Alle Männer sind Auffüllungstechniker“ geht auf ihr Konto. Ein wenig problematisch erweist sich ihre Lust an signifikanter Ver-/Bekleidung: Ihr zweites Outfit des Tages, ein T-Shirt mit Angela-Merkel-Konterfeis sorgte auf Twitter zeitweise für mehr Gesprächsstoff als die gelesenen Texte. Aufmerksamkeitsverkehrung.

 

Im Blick auf die Texte fällt auf: Es wurde viel gestorben und gekifft, formal eine eher nüchterne, protokollarische Darstellungsweise und Montagetechnik bevorzugt.

Für die Kritik scheint ein wichtiges Kriterium zu sein, wie die Texte sich in eine literarische Tradition einordnen lassen, bzw. davon zeugen, dass ihre AutorInnen diese gut kennen. Dann war noch zu hören: "Wer 'ne coole Socke ist, dem sollte man auch was nachsehen" im Text (Klaus Kastberger über Joshua Groß). Häh? So geht Literaturkritik?

 

Preisverdächtige habe ich heute nicht gehört.

 

Die Texte von Raphaela Edelbauer (Kastberger), Martina Clavadetscher (Keller), Stephan Lohse (Winkels), Anna Stern (Keller) und Joshua Groß (Wilke) können hier nachgelesen oder heruntergeladen werden.

 

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So

01

Jul

2018

Interview mit dem Bachmannwettbewerb

Die charmante ORF-Social-Media-Bachmannwettbewerb-Beauftragte Constanze Griesser hat mir Fragen gestellt,  ein Selfie und ein Shelfie erbeten, um dann alles auf der 3sat-Facebook-Seite zu den "42. Tagen der deutschsprachigen Literatur" einzustellen. Wer - wie ich - kein Facebook-Profil hat, kann das illustrierte Kurzinterview auch hier nachlesen.

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Fr

22

Jun

2018

Bachmannpreis 2018 - Autorenporträt-Tweets

In diesem Jahr nehme ich eine kleine Auszeit von den "Tagen der deutschsprachigen Literatur" in Klagenfurt (04.07.-08.07.2018): Keine Vorberichterstattung "Bachmann und Brockmann" auf literaturcafe.de und kein Vor-Ort-Dabeisein-und-davon-Erzählen wie in den letzten vier Jahren.

Aber natürlich kann ich nicht ganz ohne die TddL!

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Di

01

Mai

2018

"Die Novelle" hat mich was gefragt

Wenn eine Literaturzeitschrift "Die Novelle" heißt, kann man schon mal auf den ersten Eindruck des womöglich Hausbackenen hereinfallen. Doch diese eine, die ich meine, nennt sich im Untertitel "Zeitschrift für Experimentelles", gar "Zentrale" desselben. Daniel Ableev, eine der verantwortlichen Zentralfiguren, hat mir Fragen gestellt. Man kann das Ganze dort oder auch hier nachlesen.

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So

01

Apr

2018

Claudius Seidl über die Rede von der "jüdisch-christlichen Tradition"

Claudius Seidl hat etwas gegen Horst Seehofer, Alexander Dobrindt, Angela Merkel. Seehofer, Dobrindt und Merkel sprechen neuerdings von der "jüdisch-christlichen Tradition". Also muss Herr Seidl die Zulässigkeit dieses Sprechens irgendwie infrage stellen.

In der Frankfurter Sonntagszeitung vom 1. April 2018 tut er das. Und baut dabei ein so schiefwinkliges Argumentationshäuschen, dass man sich zeitweise fragen kann, ob der u.a. für seine grandiosen Kinofilm-Rezensionen bekannte Autor hier eine eigene Art von Aprilscherz erzählt. Nein, tut er nicht.

Man erkennt die Absicht und bedauert, wie der Gegenstand entsprechend hingebogen wird:

"Wenn ein Mensch zum anderen sagt: 'Du gehörst zu mir'", beschreibe dieser Satz "mehr einen Wunsch als eine Wirklichkeit; er bekundet eine Absicht". Seit wann ist der Indikativ ein Konjunktiv? Müsste besagter Mensch, so er einen Wunsch oder eine Absicht äußern wollte, nicht eher sagen: "Ich möchte, dass Du zu mir gehörst./Es wäre schön, wenn Du zu mir gehörtest und dafür will ich alles tun."

Es folgen Variationen, was gemeint sein könnte, wenn heute von "jüdisch-christlicher Tradition" gesprochen wird, Variationen, die deren unheilvolle historische Höhepunkte (Kreuzzüge, korruptes Christentum, Antisemitismus, Holocaust) aufzeigen. Wir erfahren dabei sogar folgendes: "In dem hübschen kleinen Städtchen Weilheim, wo Alexander Dobrindt seinen Wahlkreis hat, gab es, wie die Chroniken berichten, im frühen Mittelalter eine jüdische Gemeinde. Nach dem Pestjahr 1349 lebte dort kein einziger Jude mehr." Darf Herr Dobrindt deshalb den Ausdruck "jüdisch-christliche Tradition" nicht in den Mund nehmen?

Dürfen wir, weil unter den Etiketten "Sozialismus", "Demokratie", "Freiheit", "Gerechtigkeit" etc. (auch) viel Elend und Schrecken verbreitet wurden, diese Begriffe nicht mehr verwenden?

Als ich Ende der siebziger Jahre begann, Theologie zu studieren, war es für mich und einen Großteil meiner KollegInnen durchaus nicht vertraut, dass die progressiven Lehrenden sowohl im katholischen als auch evangelischen Fachbereich konsequent den Ausdruck "jüdisch-christliche Tradition" gebrauchten. Sie taten dies nicht nur aus Gründen theologischer Folgerichtigkeit einer angemessenen Rede vom Christlichen, die um ihre jüdischen Wurzeln weiß, sondern auch im Bewusstsein einer erst wenige Jahrzehnte zurückliegenden gesellschaftlichen Wirklichkeit (inkl. ihres christlich-theologischen "Überbaus"), die auf die Eliminierung alles Jüdischen abzielte. Dies kritisch wach zu halten, dafür stand der Ausdruck "jüdisch-christliche Tradition".

Wenn in Zeiten, in denen antisemitische Vergehen zunehmen, PolitikerInnen (zumal mit christlichem Bekenntnisanspruch) darauf hinweisen, dass jüdische Traditionen zu Deutschland gehören (im Indikativ!), dann kann ich darin keine "Flucht vor der Glaubensverbindlichkeit ins allgemein Menschliche und Abendländische" erkennen sondern eher eine Ansage, die sich geschichtssensibel gegen den alten Antisemitismus und grenzmarkierend gegen den aktuellen Antisemitismus positioniert.

Fragwürdig ist doch nicht das Bekenntnis zu der vorhandenen Tradition, sondern deren Leugnung, oder?

 

PS: "Der Christ, der aus seiner Kirche austritt und sein Glaubensbekenntnis widerruft, hört auf, ein Christ zu sein. Der Jude, der getauft ist, ist ein getaufter Jude." Der aus der Kirche ausgetretene Christ, lieber Herr Seidl, ist aus der Kirche ausgetreten, nicht aus der Christengemeinschaft. Die Taufe ist irreversibel. Die katholische Tradition sieht das ein wenig strenger als die evangelische. Gleichwohl.

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Do

15

Feb

2018

Abifeier (Eric Nil)

 

 

 

 

In Deutschland wird durchschnittlich jede dritte Ehe geschieden. Patchworkfamilien sind inzwischen eine alltägliche Form des sozialen Zusammenlebens. Es könnte - zumindest für die "glücklich" getrennt und neu Verbundenen - alles so einfach sein, gäbe es im Leben eines Menschen nicht ab und an jene feierlichen Ereignisse, bei denen die Anwesenheit des leiblichen Elternpaares geboten zu sein scheint, bzw. einfach schön wäre: Hochzeit, Enkelkindtaufe, ... oder auch die Schulentlassfeier.

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Fr

12

Jan

2018

20. Irseer Pegasus 2018

Vom 05.-07. Januar 2017 fand im Kloster Irsee (Ostallgäu) zum zwanzigsten Mal der mit einem Autorenworkshop kombinierte Literaturwettbewerb "Irseer Pegasus" statt. Aus gut 130 Bewerbungen waren 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgewählt worden, die im Rahmen des Autorenworkshops ihren eingereichten Text (Lyrik, Prosa) in exakt 15 Minuten (Stoppuhr!) vortrugen und 20 Minuten lang (Stoppuhr!) zur Diskussion stellten. Die Texte wurden direkt im Anschluss von der Jury (Sylvia Heudecker, Markus Orths, Nora Bossong) und den 17 Kolleginnenn und Kollegen diskutiert. Ich war eine der Teilnehmerinnen.

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Do

05

Okt

2017

Literaturnobelpreis 2017

 

 

Just telling him, Kazuo Ishiguro is awarded the 2017 Nobelprize in Literature ...

 

 

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Sa

08

Jul

2017

Bachmannpreis 2017 - Die Audiopodcasts

 

 

Wie in den Vorjahren hat Wolfgang Tischer von literaturcafe.de mit mir über die Lesungen und Diskussionen während des laufenden Wettbewerbs um den Bachmannpreis gesprochen und die Gespräche in Audiopodcasts aufgezeichnet. Im Unterschied zu 2016 haben verschiedene Gäste an unseren Gesprächen teilgenommen.

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So

02

Jul

2017

Bachmannpreis 2017 - Kunst, Information oder kann das weg?

Diese Woche Donnerstag, am 5. Juli, beginnen in Klagenfurt die Lesungen um den Bachmannpreis 2017.

Bevor wir die vorgetragenen Texte der jeweils sieben geladenen Autorinnen und Autoren kennenlernen, gibt es vorab schon mal Gelegenheit, diese - mehr oder weniger - persönlich kennenzulernen.

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So

11

Jun

2017

Bachmannpreis 2017 - Man stelle sich vor

 

 

Im vergangenen Jahr wurde am Wörthersee Geburtstag gefeiert: Vierzig Jahre Bachmannpreis! Das Jubiläum bezog sich auf das  Jahr der Entscheidung, alljährlich in Klagenfurt einen Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb zu veranstalten.  Zum ersten Mal ausgetragen wurde der Bewerb dann im darauffolgenden Jahr. Das heißt: Auch 2017 ist ein Jubiläumsjahr!

Und wie anders sah es damals aus ...

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Mi

24

Mai

2017

Bachmannpreis 2017 - „Das süße Glück der Hirngerichteten“

Was es mit dem süßen Glück der Hirngerichteten auf sich hat, werden wir erst am 5. Juli bei der Eröffnung der "41. Tage der deutschsprachigen Literatur" (= Bachmannwettbewerb) erfahren. Der Schriftsteller Franzobel, Bachmannpreisträger aus dem Jahre 1995, hat seine "Klagenfurter Rede zur Literatur" unter besagten Titel gestellt und wird am Eröffnungsabend hoffentlich, nein, gewiss Antwort geben, wer die Hirngerichteten sind und worin ihr süßes Glück besteht. Und noch etwas erfahren wir an diesem Abend, nämlich die Lesereihenfolge, d.h., wann die eingeladenen Autorinnen und Autoren während der Wettbewerbstage (6.-8. Juli 2017) jeweils lesen werden.

 

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Di

21

Mär

2017

OuLiPo - "WILD"

Zum "Welttag der Poesie" eine kleine Verbeugung vor der OuLiPo-Autorenvereinigung ("L' Ouvroir de Littérature Potentielle" =„Werkstatt für Potentielle Literatur“). Sie fasst und zelebriert den "formalen Zwang" als literarisches Gestatungsprinzip.

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So

12

Mär

2017

Blogbusterpreis 2017 - Die Longlist

Was es mit dem Blogbusterpreis auf sich hat - wieso, weshalb, warum und wer? -, habe ich im letzten Beitrag beschrieben. Inzwischen steht die  komplette Longlist fest. Statt wie geplant fünfzehn, gehen nur vierzehn AutorInnen an den Start um die drei Plätze auf der Shortlist.

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So

26

Feb

2017

Blogbusterpreis 2017

Auf der Frankfurter Buchmesse 2016 wurde auf Initiative von Tobias Nazemi das Projekt "Blogbuster - Preis der Literaturblogger" gestartet:

"Ziel des Wettbewerbes ist es, ein neues, herausragendes literarisches Talent im Bereich Gegenwartsliteratur zu entdecken."

Ein bisschen geht es auch noch um etwas Anderes.

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Sa

24

Dez

2016

Adventskalendertweets 2016 für den kleinen Wortfreund

Anders als im Vorjahr mit dem knobel-knubbeligen Adventskalender  und  im Vorvorjahr mit dem gut text- und bildbestückten Adventskalender von "Mhhh!" bis "Hoho!" gab es in diesem Jahr nur ein Sparflammenmodell täglich aktuell auf Twitter.

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Fr

25

Nov

2016

"Von Beruf Schriftsteller" (Haruki Murakami)

Seit 2012 zählt Haruki Murakami zu den Hauptanwärtern auf den Literaturnobelpreis.

Viele Wettbüros hatten ihn auch 2016 wieder unter den Top Three. Dass im DuMont Verlag, bei dem die Werke Murakamis in deutscher Übersetzung erscheinen,  alljährlich kurz vor der Verkündigung in Stockholm der Sekt kalt gestellt wird, um dann nach der Verkündigung nur gegen den Frust heruntergespült zu werden,

hat sich inzwisschen zu einem wenig lustigen Running Gag entwickelt. Wie hoffnungsfroh man in diesem Jahr beim Verlag war, lässt sich daran ablesen, dass der Tag der Nobelpreisverkündigung - der 13. Oktober - als Erscheinungsdatum für Murakamis neue Veröffentlichung gewählt wurde. Es wäre ja  zu schön gewesen.

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Mo

19

Sep

2016

Lektor sein ist sehr supi!

Liebe Kinder,

wenn ihr nicht wisst, was ihr werden wollt, werdet doch einfach Lektor!

Lektor?

Ja, das sind die, "die sich mit den Autoren herumschlagen."

Wir wollen uns aber nicht rumschlagen.

Alles halb so wild. Die meiste Zeit könnt ihr viel schönere Dinge machen. Schön ist - zum Beispiel -, "die erste Seite eines PDF zu öffnen", denn "Manuskripte sind 

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So

03

Jul

2016

Bachmannpreis 2016 - Die Podcasts

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Live aus Klagenfurt am Wörthersee berichte(te)n Wolfgang Tischer von literaturcafe.de und ich in täglichen Audiopodcasts über die

"40. Tagen der deutschsprachigen Literatur".

Allesamt (die Audiopodcasts!) nachzuhören hier:

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Di

28

Jun

2016

Bachmannpreis 2016 - Vorglühen (2)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich habe mir die Videoporträts der Autorinnen und Autoren, die bei den "40. Tagen der deutschsprachigen Literatur" lesen werden, angeschaut und festgestellt: "Viel Wald, viel Park und Männer in Nahaufnahme".

Teil 1

Teil 2

 

 

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Fr

27

Mai

2016

Bachmannpreis 2016 - Vorglühen (1)

 

 

 

 

 

 

Vom 29. Juni bis 3. Juli 2016 finden in Klagenfurt am Wörthersee die "40. Tage der deutschsprachigen Literatur" (kurz: "der Bachmannwettbewerb") statt.

Auch in diesem Jahr werde ich unter der Rubrik "Bachmann und Brockmann" auf literaturcafe.de darüber berichten.

 

Es geht los mit einer Gratulation.

 

 

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So

24

Apr

2016

Das ist doch ein Roman

 Man muss sich Thomas Glavinic als einen Dealer vorstellen: Er baut und veräußert Authentizitätsfiktionen, deren halluzinogene Wirkung uns glau­ben macht, wir wüssten nach dem Konsum seiner Romane, wer und wie ihr Verfasser ist.

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Fr

11

Mär

2016

"Natürlich ist es unsere neurotische Hyperreflexion ..."

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir kommen“, kündigt Ronja von Rönne im Titel ihres Debütromans an, und mir kommt als Erstes Peter Lichts „Wir werden siegen, wir wer­den siegen, dann werden wir eben siegen“ in den Sinn: Von Euphorie wird – wenn überhaupt – hier wie dort nur mit angezogener Handbremse gesprochen, im Modus der Coolness.

 

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Sa

23

Jan

2016

Du, Tilman - 2

"Im alone in a box of stone", benjaminclementined es einem durch den Sinn, wenn man die täglichen Tagebuch-Doku-Fotos vom armen Poeten betrachtet, der innerhalb von drei Monaten online und öffentlich einen Roman schreiben soll und  dies seit zwei Wochen macht: Blass, mit zerzausten Haaren, Augenringen und melancholisch-verzweifelt-ratlosem Blick sitzt er vor einem Ikea-Sofa an einem Holztisch und schaut auf ein selbstgebasteltes Stillleben, das irgendwie mit dem tagsüber geschriebenen Kapitel zu tun hat.
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Do

21

Jan

2016

Du, Tilman - 1

Da stellt ein Verlag seinen Autor aus. Der soll unter den Augen der Internet-Öffentlichkeit einen Roman schreiben. In der Zeit vom 11. Januar bis zum 8. April 2016 werktäglich ungefähr zwei Seiten. Für alle Beteiligten gilt: "Morgen mehr".

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So

27

Dez

2015

Es ist unmöglich

Mozartweg 14.“

 

Kein Problem. Mozartweg 14.“

 

Nichts ist schöner, als bei Schneegestöber durch die Nacht gefahren zu wer­den,

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Do

17

Dez

2015

Der knobel-knubbelige Adventskalender - 17. Kläppchen

Neulich war im Hochhaus der Teufel los.

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Mi

16

Dez

2015

Der knobel-knubbelige Adventskalender - 16. Kläppchen

Was dabei herauskommt, wenn man die Würfelgruppe vom "Festmenue" (15. Kläppchen) auf den Kopf dreht: Die Geschichte von Fred.

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Do

03

Dez

2015

Der knobel-knubbelige Adventskalender - 3. Kläppchen

Heute geht es um eine liebe Gewohnheit, Nachbarschaft und Pädagogik.



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Mi

02

Dez

2015

Der knobel-knubbelige Adventskalender - 2. Kläppchen

Als bereits am 2. Dezember die Würfler schon keine Lust mehr auf Würfeln hatten, rieß droben am Himmel das finstere Regengebirge auf und der große Würfelspieler verkündete donnernd: "Ihr Verzagten, Gelangweilten und Vielbeschäftigten, stellt Euch mal nicht so an! Aufgeben gilt nicht! Sehet, nicht mal ICH habe den Laden bisher hingeschmissen, obwohl Ihr es mir wahrlich nicht leicht macht, Ihr mit euren Launen und Marotten! Reißt Euch mal zusammen!

Und als Zeichen des guten Willens gebe ich Euch zu den drei Würfeln noch einen weiteren hinzu. Alsdann, unerschrocken ans Werk!"

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Di

01

Dez

2015

Der knobel-knubbelige Adventskalender - 1. Kläppchen

In diesem Jahr würfeln wir uns erzählend zum Weihnachtsfest.

Neun kleine Würfel, die keine "Augen" haben, sondern Motive (nicht im Sinne von Beweggrund, den mögen sie gewiss auch haben, so schön wie sie über die Tischplatte kullern, und fraglos wäre es eine gute und große Aufgabe, einmal der Frage nachzugehen: Was will der Würfel? Dieses Ding an sich? Aber wir wollen ja nicht philosophieren, sondern erzählen. Und was braucht es da als allererstes, noch vor allen Beweggründen und Absichten? Ja, genau: BILDER!)

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Do

12

Nov

2015

"Taxi-Box"

Für die einen war es der Martinstag, für die anderen der Beginn der fünften Jahreszeit und für wieder andere der Tag, an dem die "Taxi-Box" an den Start ging.

Gestern, am 11.11. ist im Hanser Verlag die Anthologie "Taxi Deutschland: Geschichten von der Straße" erschienen. Eine Sammlung kurzer Texte im E-Book-Format.

Lektor Florian Kessler hatte im Sommer per Video  dazu aufgerufen, ihm für eine neue Ausgabe der alle zwei Wochen erscheinenden Hanser Box Taxigeschichten (erlebte oder erfundene) zuzusenden. Aus den eingesandten Texten wurden je eine,

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So

01

Nov

2015

"1000 Tode schreiben"

Im Dezember 2014 startete die Berliner Verlegerin Christiane Frohmann das E-Book-Projekt "Tausend Tode schreiben".

Das Konzept ist: Es sollen 1000 Texte (jeweils bis zu 3000 Zeichen) geschrieben und gesammelt werden, in denen es um den Tod bzw. Erfahrungen mit dem Tod geht. Keine theoretischen Abhandlungen sind gefordert, sondern persönliche Sichtweisen. Die Textsorte kann frei gewählt werden: Brief, Gedicht, Kurzgeschichte, Tagebucheintrag, etc. - und die Sprache übrigens auch, es finden sich in der Sammlung einige (wenige) fremdsprachliche Texte.

Die Grundidee des Ganzen ist, dass alle Beiträger "zusammenwirkend einen transpersonalen Metatext über den Tod schreiben, aus dem wiederum ein plausibles Bild dessen entsteht, wie der

 

 

 

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Di

06

Okt

2015

"Brockmann lehrt, wie man" ...  beim Einkaufen sich wundert

Der Kapitalismus ist bekanntermaßen ein großer Umwälzer. Nichts darf bleiben, wie es ist. Wieder und wieder muss eine neue Sau durch´s Dorf ge­trieben werden: schöner, größer, bunter und mit noch mehr Funktionen. Stillstand ist Rückschritt. Dat wolle mer nit.

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Mi

30

Sep

2015

Clemens Setz: Die Stunde zwischen Frau und Gitarre

Seit dem 6. September ist Clemens J. Setz´ neuer Roman auf dem Markt. In jedem deutschsprachigen Feuilleton wurde das 1019 (!) Seiten umfassende Werk bereits besprochen. Die Kritik fiel nahezu einhellig positiv aus (Ausnahmen sind die Rezensionen von Jan Wiele  - eher moderat - und Bettina Hartz, die in der F.A.S. vom 27.09.15 deutlichere Töne anschlägt: leblose Dialoge, überflüssige Wiederholungen, viel Belangloses, u.a.).

Entsprechend groß waren die Verwunderung und Enttäuschung, dass der "provokativste, intelligenteste, sprachmächtigste und verstörendste Roman des Jahres" nicht in die engere Wahl für den Deutschen Buchpreis 2015 gekommen ist.

Der LeserInnenbegeisterung tut das keinen Abbruch. Auf Twitter findet unter #fraugitarre ein reger

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Do

10

Sep

2015

k . west

Mein erstes "k.west"!

Nein, ich bin nicht plötzlich Fan des Gatten von Kim Kardashian, und "k.west" ist auch keine Hip-Hop-Vereinszeitschrift. Obwohl, um Musik geht es im "Kulturmagazin des Westens" auch. Darüber hinaus geht es aber noch um Filme, Ausstellungen, Theater, Architektur, Design, Ballett, Bildende Kunst und Literatur.


Vor zwölf Jahren gegründet, vor fünf Jahren erstmals relaunched und zum aktuellen September-Heft erneut erneuert: "Der New Look gibt sich geradliniger: `k´ und `west´ stehen auf einer Höhe, der Eck-Punkt verbindet die beiden Elemente", erläutert Chefredakteur Andreas Wilink das neue Cover. Inhaltlich neu ist, dass es im Magazin k.west laut Untertitel nun neben "Kunst" und "Kultur" auch um "Gesellschaft" geht. Auf diesen drei Beinen steht fortan das anspruchsvoll konzipierte und hochwertig gestaltete Vademecum durch das monatliche Kulturgeschehen in Nordrhein-Westfalen.


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Di

08

Sep

2015

"Erbseninseln"-Geburtstag!

Heute vor einem Jahr waren sie endlich da!


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So

16

Aug

2015

"Die Sachensucherin"

Das Literaturbüro Ruhr hatte einen Kürzestgeschichten-Wettbewerb ausgeschrieben.

Im letzten Jahr.

Und was geschah dann?

"1449 Einsendungen trafen im Literaturbüro ein, viele enthielten die maximal möglichen zwei Texte, die Jury hatte so 2308 Kürzestgeschichten zu sichten. Deren Verfasser stammten aus Deutschland, seinen Anrainern, aus der zunehmenden Ferne Italiens, Kroatiens, Ungarns, Schwedens und Islands." (Vorwort, "Die Sachensucherin")

Es verging viel Zeit.

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Mi

05

Aug

2015

"Was für eine liebenswerte Spinnerei"

 

 

 

Jepp!

"Mare - Die Zeitschrift der Meere" hat meine "Erbseninseln" gelesen -

und Gefallen daran gefunden.

In der aktuellen Ausgabe - mit der Schnapszahl Nr. 111 - ist das dänische Mini-Archipel unter der Nr. 6 auf der

Mare-Schauplatzkarte vermerkt.

 

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Di

16

Jun

2015

Offene Gartenpforte

Heute ist es hier ein wenig kühler und bedeckt. Eine gute Gelegenheit, sich das Draußen einmal von drinnen aus anzuschauen. Es gibt da ein paar Fotos, auf denen  an-nä-hernd erahnt werden kann, in welch muggeligem Biotop ich mich seit Wochen aufhalte - nein-nein, nicht auf der faulen Haut, sondern feste busy in gardening, und das ist sooo erholsam. Echt.

Also hereinspaziert und gucken/zoomen.

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Sa

13

Jun

2015

Royal weekend

Was für ein Wochenende: Gestern entzieht König Felipe seiner der Steuerhinterziehung verdächtigten Schwester Christina den Titel "Herzogin von Palma", heute ist "Trooping the colour", die Geburtstagsparade zum 89. Geburtstag der Queen, sodann die Hochzeit zwischen dem Rennfahrer Carl Philip von Schweden und der Yogalehrerin Sofia Hellqvist, und die Bräutigamsschwester Prinzessin Madeleine kann jeden Moment mit ihrerm zweiten Kind niederkommen. Können sich die Royals nicht ein bisschen besser abstimmen? Wir gemeines Fußvolk kommen da kaum nach. Im Anschluss an dieses Wochenende ist wahrscheinlich wieder dröllfzig Tage nix los am Hof und wir müssen uns langweilen, grillen, trinken, lange Briefe schreiben. Herrschaften, es ist Zeit, dass ihr eure Sonnenuhren miteinander vergleicht, und dann legt los mit übersichtlichen, gerechten Terminvergaben!

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Mo

18

Mai

2015

Ich habe mir von Jan Weiler "Kühn hat zu tun" vorlesen lassen

Wir kennen das vom „Tatort“: Ein Kriminalfall soll erzählt und gelöst werden, doch fünfzig Prozent der Story wird darauf verwandt, die per­sönliche Befindlichkeit des Ermittlers vorzuführen. So auch in Jan Wei­lers neuem Roman „Kühn hat zu tun“, dem Krimi-Debüt des sprachge­waltigen Kolumnisten (ehemals für das SZ-Magazin, den stern, dann für die Welt am Sonntag und die Sonntagsbeilage auf Bayern 2), der seit sei­nem Romanerstling „Maria, ihm schmeckt´s nicht!“ dauerhaft zu den Bestsellerautoren der gehobenen Unterhaltungsliteratur im deutschspra­chigen Raum gehört.

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Mo

20

Apr

2015

"Das Dach"

Es gibt doch diese Literaturplattform "54stories".


Kennt man, nh?


Ja, die mit dem schönen literarischen Adventskalender im letzten Jahr.


Ja, die, auf der man die Meinung vertritt: "Es gibt nie genug Geschichten."


Ja, also da ist heute meine Geschichte "Das Dach" veröffentlicht worden.

So fängt sie an:


Wir brauchten keinen Spatz. Wir hatten diese Taube. Die führten wir auf dem Dach an einer Leine spazieren. An einer sehr langen Leine.


Und hier geht sie weiter.



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Mi

01

Apr

2015

Wider die Wiederholung

"Streit war der Soundtrack meiner Kindheit.“ Luis Maiwald bilanziert ohne Lamoryanz. Der Ich-Erzähler in Linus Reichlins Roman „In einem anderen Leben“ schildert eher ein wenig lakonisch, auf welch eigene Weise seine Familie unglücklich war.

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So

01

Feb

2015

Alle Zürich-Besucher gehen ins Museum ...

... und die ganz harten, die

gehen in den Botanischen Garten!

 

Mir war danach: Schön im Schnee und kaum von Menschen umgeben, mal nachgucken, wie es wintertags im Botanischen Garten ausschaut:

In der Mitte sind zwei Palmen zu sehen.

Und dahinter, etwas verhangen, Berge. Dazwischen denke man sich den Zürichsee.

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Sa

31

Jan

2015

"Texte des Monats 2014"

Gestern war Lesung der "Texte des Monats 2014"

im Literaturhaus Zürich.

 

Sehr fein war´s. Alles.

 

Und man glaubt es kaum,

niemand der ca. 80 ZuhörerInnen hielt ständig ein Smartphone in die Höhe, um Fotos zu schießen. Genau genommen wurde kein einziges Foto geschossen, so schön konzentrierte man sich auf das, was auf der Bühne gelesen und berichtet wurde.

 

Bleibt mir, hier als einziges Anschauungobjekt das Cover der toll gestalteten Anthologie zu zeigen. (Diese kann man beim Literaturhaus kostenlos bestellen.)

Wer sich sogleich in die Texte vertiefen möchte, kann das online tun. Bitte hier entlang. Den meinigen gibt es auch direkt unter "Texte".

 

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So

25

Jan

2015

"... angezählt, ja, das ist der Mensch von Anfang an ..."

Kleinteilige Beschreibungen alltäglicher Vorgänge – „(Ich) stehe vom Sofa auf, gehe in den Flur, schlüpfe aus den Hausschuhen und hinein in die Straßenschuhe und öffne die Wohnungstür, greife im Hinaus­gehen noch nach meinem Mantel“ – verführen mich nicht zum Weiter­lesen einer Geschichte. Da ich aber wissen wollte, was es mit Max Schmeling als Figur in dem jüngst erschienenen Roman „Zurück zum Feuer“ von Saskia Hennig von Lange auf sich hat, habe ich die Lektüre fort­gesetzt. Gottseidank!

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Di

30

Dez

2014

Kläppchen - Nachtrag

Während andernorts auf´s ganze Jahr zurückgeblickt wird, blicken wir hier nur auf einige Kläppchen zurück. Es sind nämlich noch ein paar Fragen offen.

Das darf nicht so bleiben.

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