Jetzt helfe ich mir selbst

oder Wenn's nicht weitergeht, geht's weiter.

Eine Verlagsabsage. Immerhin kein Standardvordruck. Aber auch keine ausführliche Antwort, die belegt, dass da jemand das eingeschickte Manuskript gelesen hat.

Eine ausführliche Antwort zu bekommen, hatte ich in letzter Zeit häufiger das Glück. Ja, Glück. Soweit ist es gekommen, dass man sich inzwischen freut, dass der Text, wenngleich abgelehnt, überhaupt wahrgenommen wurde.

 

Buchhandel und Verlage schlagen Alarm wegen katastrophaler Einbußen aufgrund der Corona-Krise. Nach dem Ausfall der Leipziger Buchmesse werden Frühjahrsneuerscheinungen verschoben, auf unbestimmte Zeit storniert, neue Projekte sicherheitshalber nicht gestartet. Wie aussichtsreich ist es in dieser Situation, weiterhin Manuskripte anzubieten, wenn man nicht zu den 100 erfolgreichsten Autor*innen im Land gehört? Genau.

 

Ist Selfpublishing Eingeständnis des Scheiterns ("richtige Autor*innen finden auch richtige Verlage") oder eine echte Alternative, wenn der Markt überschaubarer und "richtige Verlage" auch nicht (mehr) das sind, was man sich idealtypisch unter ihnen vorstellt (Werbearbeit z.B. in den sozialen Medien gehört inzwischen auch bei etablierten Autor*innen ebenso zum Alltagsgeschäft wie das Erstellen eines druckfertigen Manuskripts, und dass Lektor*innen sich langfristig und individuell um "ihre" Autor*innen kümmern können, scheint immer mehr die Ausnahme zu sein, Ein-Buch-Verträge, schnelllebige "angesagte" Themen, "heute gefeiert, morgen gefeuert" - auf allen Seiten - immer mehr die Regel)?

 

Ich habe Informationen eingeholt: Wolfgang Tischers Standardwerk über die Erstellung und den Verkauf eines Kindle E-Books, Matthias Mattings hervorragende Beiträge auf seiner Seite selfpublisherbibel.de  und Jens Witterns Anbietervergleich von Selfpublishing-Verlagen  und den möglichen Kosten und Tantiemen, die bei ihnen zu erwarten sind.

 

Und dann bin ich einfach angefangen, ein Taschenbuch zu bauen - unbedingt ein haptisches Buch! Habe das zuletzt von einem Krimiverlag abgelehnte Manuskript aus der Schublade genommen und ein paar Anbieter ausprobiert.

Leider hat amazon am Besten abgeschnitten. Leider, weil mir das Gebaren des Konzerns als Arbeitgeber und (Nicht-)Steuerzahler keineswegs gefällt, aber auch, weil ich einige Bücherfans kenne, die aus Überzeugung niemals bei Amazon ein Buch kaufen würden. Aber die Vorlagen, Covergestaltung, Papierqualität, Formate, die schnelle Lieferbarkeit/Verfügbarkeit und die Möglichkeit, jederzeit nachträglich Korrekturen vorzunehmen, des Weiteren die Verknüpfung von Printbook und E-Book, das breite Vertriebssystem und die Honorarregelung  sind wirklich sehr gut, vor allem eben in dieser Kombination.

Tja, und nach ein paar Tagen war es schon da.

Und es fühlt sich gut an, das Buch und auch, es so gemacht zu haben.

Eine ISBN wurde vergeben. Doch wird diese in Buchhandlungen (günstigenfalls nur) ein Naserümpfen hervorrufen ...

Für 12,30 Euro ist das Taschenbuch, für 2,99 Euro das E-Book bei amazon.de zu bestellen. Dort gibt es auch eine kurze Zusammenfassung des Schriftstellerkriminalromans "Tuppek am seidenen Faden" sowie Leseproben.

 

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Atalante (Donnerstag, 16 April 2020)

    Selbst ist die Frau!
    Herzlichen Glückwunsch zum neuen Buch & viel Erfolg mit dem neuen Tuppek!

  • #2

    Doris Brockmann (Donnerstag, 16 April 2020 20:19)

    Liebe Kerstin,
    ganz herzlichen Dank! Große Freude über Glückwünsche und Teilnahme!

Never forget lesson no. 1
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