Bachmannpreis 2012 - 1 / Vorglühen, nein danke?

Tja, seit dem 15. Mai ist die KandidatInnen-Liste für den Bewerb in Klagenfurt bekannt. Und ich werde schon ganz nervös. Aber nicht wegen des Bewerbs selbst, sondern wegen der ungewohnten Ruhe im Vorfeld.

Die einschlägigen Quellen sprudeln nicht, die Sopranisse schweigt, die Riesenmaschine steht still. Da ich das kaum glauben konnte, habe ich seit dem 15. Mai alle zwei Tage Bachmannpreis 2012 gegoogelt. Aber der Google zeigte nichts Neues. Zwischenzeitlich zweifelte ich an mir und allem, fürchtete gar, ich könnte mit einer Suchmaschine nicht richtig umgehen oder etwa nicht richtig lesen, z.B. das, was auf www.bachmannpreis.at steht.

Gut, ein paar Einträge fanden sich schon, doch die sind selektiv (im Grunde geht es nur um drei Autorinnen), knapp, wiederholend und lokalpatriotisch:

Das Freiburger Informationsorgan „fudder“ vermeldet, sofort nach Bekanntgabe, dass die „Freiburger Autorin Lisa Kränzler“ beim Bachmannpreis 2012 lese und dass noch ein zweiter Klagenfurt-Autor, Matthias Nawrat, eine Freiburg-Connection habe. Der hat nämlich in Freiburg Biologie studiert. Ich sage: Herzlichen Glückwunsch, Freiburg! Und freue mich über so viel Lokalpatriotismus. Autoren aus Berlin können da nur neidisch Richtung Breisgau schauen.

Sodann finden sich Einträge der Theaterregisseurin Isabella Feimer, die gleich selber über sich schreibt, bevor das andere tun. Sie schreibt, sie habe im letzten Sommer den 35. Tagen der deutschsprachigen Literatur als neugierige Besucherin beigewohnt. Es seien sonnige, beglückende Tage gewesen, und als sie kurz vor der Abreise beschwingt zum Parkplatz getänzelt sei, habe sie sich geschworen: "nächstes Jahr, Isabella, liest du hier!" Es hat geklappt. Herzlichen Glückwunsch! Ich finde so etwas sehr ermutigend.

Cornelia Travnicek kennen alle als ebenso leidenschaftliche wie beeindruckende „Jung- (ja, das darf/muss man hier so sagen) -Autorin, die mit "Chucks" ein viel beachtetes Romandebüt hingelegt hat. Wolfgang Tischer hat ihr in seinem Literaturcafé  aktuell aber auch schon früher einen guten Fensterplatz gegeben. Frau Travnicek ist unter den diesjährigen KandidatInnen die einzige, die auf der Bachmannpreis-Seite einen Link zu ihrer homepage hinterlassen hat. Für alle anderen muss man erst Suchmaschinen anwerfen.

Ob ich nur deshalb bisher so wenig Meldungen über sie gefunden habe? Kann doch nicht sein.

Mein Zwischenstand: Bei nächstmöglicher Gelegenheit fahre ich zu den Tagen der deutschsprachigen Literatur und schwöre mir auf dem Weg zum Parkplatz: „nächstes Jahr, Doris, liest du hier!“ Wenn mir dann Hubert Winkels das Plazet erteilt, rufe ich zuerst Herrn Tischer und dann die Lokalredaktion des Westfälischen Volksblattes in meiner Geburtstadt Paderborn an.

Alles Weitere später!

 


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Never forget lesson no. 1
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