"Die Erbseninseln" in Wien

Dauernd hat´s geregnet in Wien in letzter Zeit. Dann schlägt vorgestern das Wetter um und schönstes  Sommerwetter tritt auf den Plan. Das ist sehr von Vorteil, wenn man eine Buchpräsentation als Open-air-Veranstaltung plant.

Selbige hat am gestrigen Abend stattgefunden.

Doch bevor es dazu kam, galt es, noch einen anderen Termin wahrzunehmen. Der hatte sich plötzlich und unerwartet ergeben und war nicht weniger aufregend als der Termin am Abend: Der ORF hatte angefragt, ob ich zu einem Interview bereit sei. Sagt man da NEIN? Natürlich nicht. Auch wenn man bei dem Gedanken ganz schön Muffensausen kriegt.

15.00 Uhr sitze ich im Funkhaus des ORF in einer Studiokabine, habe dicke Kopfhörer auf den Ohren und soll sehr nah ins Mikrofon sprechen. Eine supernette Redakteurin sitzt mir gegenüber. Sie stellt mir erstaunlich viele Fragen, die von einer erstaunlich guten Kenntnis des Büchleins zeugen. Ich habe ständig das Gefühl, ich eiere mit meinen Anworten herum, baue unvollständige Sätze, verhaspele mich usw., usf. Dann sagt die supernette Redakteurin: "Sehr fein, dankeschön." Nun wird sie aus dem Ganzen zwei Radiobeiträge schneiden, die nächste Woche gesendet werden sollen: Einer in der "FM4 Morning Show", der andere auf Ö1 in der Kultursendereihe "Leporello".

 

19.30 Uhr sitze ich im "Central Garden" an einem weißen Tischchen, habe keine Kopfhörer auf den Ohren, soll aber wieder nah in ein Mikrofon sprechen. (Dieses wird sich im Laufe der Lesung immer mehr nach unten senken und ich notgedrungen mit ihm, was natürlich keine schöne Körperhaltung macht.) Heitere Menschen an inzwischen gut besetzten Tischen sitzen mir gegenüber. Die beiden allerliebsten "Edition-Krill"-Verleger, Wolfgang Gosch und Virgil Guggenberger, begrüßen, verraten nicht zuviel und tragen mit verteilten Rollen die Einstiegsdialoge aus den ausgewählten zu lesenden Kolumnen vor. Dann lese ich. Zu schnell? Zu langsam? Zu viel betont oder zu wenig? Ich weiß es nicht. An ein paar Stellen, an denen ich Lacher erwartet hätte, höre ich keine. Au weia. Aber vielleicht waren sie nur von der Geräuschkulisse der Open-air-Veranstaltung überdeckt: Vorn im Donaukanal tost schon mal ein Sight-seeing-Schiff vorbei und hinten von der Straße tost Autolärm.

Den abschließenden Applaus find ich schön mollig. Wenig später stehen einige der Zuhörer und Zuhörerinnen mit frischgekauften "Erbseninseln" vor meinem weißen Tischchen und wollen Widmungen. Von mir. Meine ersten Widmungen in mein erstes belletristisches Druckwerk. Ich freu mich so, dass die Schönschrift darunter leidet. Sorry nochmal von hier!

Anschließend essen wir alle köstliche Erbsensuppe (gekocht von Virgil Guggenberger), trinken Bier, lernen neue Leute kennen, plaudern miteinander und lachen viel. Sehr gefreut habe ich mich über die erste persönliche Begegnung mit der ebenso schönen wie klugen, witzigen und herzlichen Teresa Präauer. Das hat mächtig Spaß gemacht. Ihre erste Veröffentlichung ist seinerzeit ebenfalls in der "Edition Krill" erschienen. Da trau ich mich gar nicht weiter in Analogien zu denken. Hach.

 

(Fotos mit freundlicher Genehmigung des Patenkindes Meike, das als Überraschungsbesuch zur Buchpräsentation nach Wien gereist war. Ist das nicht toll? Weiteres Anschauungsmaterial aus anderer Quelle soll hier demnächst noch folgen.)

 

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