Bachmannpreis 2013 - 5 / KandidatInnenliste

Die Bachmannpreis-Jury hat entschieden. Die TeilnehmerInnen für die Endrunde von GNTA (German-speaking Next Top Author) ste­hen fest. Jedes Jury-Mitglied durfte (wie immer) zwei BewerberIn­nen einladen: macht bei sieben Mitgliedern vierzehn Eingeladene.

Wir werfen einen Blick auf die Klagenfurter KandidatInnenliste – aber erstmal ganz unpersönlich. Das heißt, wir bleiben bei den Zah­len und noelle-neumannen drauf los.

 

Geschlechtsspezifisch steht es in diesem Jahr 8:6 für die Frauen. Der kontinuierliche Aufwärtstrend der Autorinnen hält ungebro­chen an. Im letzten Jahr war der Gleichstand von 7:7 erreicht. 2011 erhöhten die Frauen von 5 (2010) auf 6. Eine beharrliche Steige­rung, die zu den schönsten Hoffnungen berechtigt: Wenn der gute Lauf weiterhin gut läuft, müsste nach Adam Riese im Jahr 2019 ein reiner Literatinnenwettbe­werb anstehen – es sei denn, die Männer setzen vorher noch eine Quotenrege­lung durch.

 

Länderspezifisch zeigt sich ein Bild, das Entspan­nung wie auch deren genaues Gegenteil hervorruft.

Entspannt kann sich zurücklehnen, wer ein ähnliches Nationalitäts­zugehörigkeitswirrwarr wie im Vorjahr befürchtet hat, als es dop­pelte und auch Zugehörigkeiten jenseits des Dreiländerecks aus Ös­terreich, Schweiz und Deutschland gab. Für letztere gibt es zwar auch dieses Mal ein Beispiel (BR), jedoch lebt der in Brasilien ge­borene Schriftsteller über 20 Jahre in Deutschland und geht unter der Wohnortangabe „München“ an den Start. Ansonsten begnügen sich alle Beteiligten mit nur einem Nationalitätskennzeichen hinter ihrem Namen.

Nicht entspannt zurücklehnen, können sich diejenigen, die in der Schweiz leben und schreiben. Denn sie sind im diesjährigen Be­werb überhaupt nicht vertreten. Hat es das eigentlich schon mal ge­geben? (Muss ich unbedingt überprüfen!) Haben die Schwyzer Au­torInnen etwa Angst vor Klagenfurt? Oder haben Sie allesamt grot­tenschlechte Texte an die Jury verschickt? Oder hat die nahezu vor­bildlich paritätisch besetzte Jury

D              CH           A

3                  2            2

befunden, dass es ein Unfug sei, bei der Auswahl auch danach zu schauen, woher die Einzuladenden kommen. Ich weiß es nicht. Was ich wohl weiß ist, dass die Gruppe der deutschen AutorInnen im­mer die zahlenmäßig größte Gruppe war. Aber in diesem Jahr hat sie ja fast eine Monopolstellung erreicht. Ist mir irgendwie ein biss­chen unangenehm.

Hier noch einmal im Überblick:

 

                              D                              CH                   A

2010                     9                                 2                     2                                 1IR                  

2011                    10                                 1                     3

2012                     7 (+CH+FIN)           4(+A+D)      3 (+JPN+CH)

2013                    11                                  –                    2                                  1BR



Altersspezifisch ist zu vermelden, dass das Gesamtalter der einge­ladenen FinalistInnen in diesem Jahr 536 Jahre beträgt. Daraus er­gibt sich ein Pro-Kopf-Durchschnittsalter von 38,3 Jahren. Bei der Errechnung habe ich die Geburtsmonate der KandidatInnen nicht berücksichtig. D.h., alle, die erst nach dem 4. Juli Geburtstag ha­ben, mussten hier der Einfachheit halber ein wenig älter gemacht werden. Da ich bei den vorherigen Bachmannpreis-Jahrgängen in derselben Weise verfah­ren bin, bleibt sich das im Verhältnis gleich.

2013             536 Jahre            38,3

2012             539 Jahre            38,5

2011             521 Jahre             37,2

2010            500 Jahre            35,7

Ungeachtet der minimalen Verjüngung im 2013er Jahrgang, glaube ich weiterhin von einem unverkennbaren Trend im Sinne des allge­meinen demographischen Wandels sprechen zu dürfen.

 

Bleiben noch zwei kleine Anmerkungen:

  • Eine eigene Homepage habe ich (bisher) nur bei vier Kandi­datinnen gefunden. (Halten die anderen ihre geheim, oder haben sie keine?)

  • Nur zwei von vierzehn TeilnehmerInnen geben an, an einem Literaturinstitut (Biel, Leipzig) studiert zu haben. (Halten die anderen ähnliche Ausbildungen geheim oder gar nichts davon?)

So.

Das

muss

für

heute

reichen.

Sobald die Videoporträts online gestellt sind, geht es hier weiter im Text.



 

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