Schweinische limericksche Klassenfahrt

Unter der Überschrift „Auf besonderen Wunsch eines einzelnen Herrn“ rief gestern die Frau Bogdan zu einer Schweinkram-Lime­rick-Challenge“ in ihrem Blog auf.

 Ich glaube, die Überschrift ist ein Fake. Meiner Meinung nach ist Frau Bogdan herself höchstpersönlich auf die Herausforderung er­picht – womit ich sie selbstverständlich nicht in eine falsche, gar schmuddelige Ecke stellen möchte. Nein, Dame Bogdan führt ein sehr feines, intelligentes und amüsantes Blog, in dem es u.a. um Buchrezensionen, Helgolandbesuche, deutsche Grammatik, Essen und Trinken, Übersetzen, ach, im Grunde um alle möglichen Sa­chen, die man machen und dann sehr schön beschreiben kann, geht.


Diesmal geht es also um Limericks – jene kleinen scherzhaften Ge­dichte mit einer Geschichte, die ihren Namen von der irischen Stadt Limerick erhalten haben. Gewöhnlich bestehen sie aus fünf Zeilen, deren erste, zweite und fünfte im Endreim übereinstimmen, so wie die dritte und vierte Zeile das für sich tun. Wichtig, neben der klei­nen Schlusspointe, ist der Rhythmus, der in den Zeilen 1+2+5 durch 3 Hebungen (dadida dadida dadida) und in den Zeilen 3+4 durch 2 Hebungen (dadida dadida oder auch dadi dadadi) gekenn­zeichnet ist.


Die Resonanz auf das Challenge-Projekt war/ist übewältigend. Ich glaube, der Grund dafür liegt nicht darin, dass es in BloggerInnen-Kreisen nur so von Limerick-Experten wimmelte. (Hallo, hallo Frau Bogdan, sagensemaschnell braucht´s hier echt den Konjunk­tiv?) Der Grund scheint mir eher in der menschlichen Natur zu lie­gen. Und die geht nunmal nach Sex!


Der Spaß an den Schweinigeleien ist so mächtig, da werfen wir, die wir dem Aufruf gefolgt sind, auch gern mal das stramme Korsett aus Reim- und Rhythmusregeln über Bord und reimen oder fressen dich. Ja, es geht um Kunst, im Mindestfall befinden wir Challenge-TeilnehmerInnen uns allesamt in einem Creative-writing-Work­shop. Wir dürfen schweinigeln, müssen´s gar. So viel zur Rechtfer­tigung


Eine lustige Klassenfahrt. Wir juckeln grinsend, schreiend, errö­tend, schenkelklopfend, augenverdrehend, wiehernd, prustend durch die schöne Kunstlandschaft von Limerick. Bei Tag und bei Nacht. Selbst in den Pausen kriegt niemand diesen Rhythmus aus dem Kopf, und ständig die Suche nach einer Anfangszeile: „Ein Fräulein aus Hückeswagen ...“ oder so ähnlich.


Hier nun meine Mitmachversuche (mit Datum- und Zeitangabe, weil das so schön authentisch ist. Aus eben dem Grund habe ich hier auch nichts mehr nachgebessert, obwohl dadurch das ein oder andere noch hätte gerettet werden können, egal):

 

Mittwoch, 20. Februar 2013 um 11:25 Uhr

Ein älteres Fräulein aus Hürth,
hätt´ gern mal den Klempner verführt.
Doch der verlegte das Rohr,
wie es der Bauplan sah vor.
Das Fräulein hat gar nichts gespürt.

 

Mittwoch, 20. Februar 2013 um 13:54 Uhr

Einen Fensteropa aus Hagen
tat ´ne Riesenerektion furchtbar plagen.
Er denkt, warum sollt´ ich nicht stippen,
meinen Horst zwischen Heizungsrippen.
Schon hört man im kalten Hagen ein sehr, sehr lautes Klagen.

 

Mittwoch, 20. Februar 2013 um 16:26 Uhr

Der alte König aus Madrid,
macht auf Safari alles mit.
Ob Adelsdame, Elefant,
er nagelt alle an die Wand.
Doch dann dieser blöde Fehltritt.

 

Mittwoch, 20. Februar 2013 um 17:11 Uhr

Herr Kock träumt nur noch von der Einen,
der mit den hübschen Flaschenbeinen,
die könnten sein Lendchen fest umzurren,
das Fräulein dürft dabei auch knurren.
Allein, beim Anblick des Herrn Kock muss dieses immer greinen.

 

Mittwoch, 20. Februar 2013 um 22:14 Uhr

Die Hornistin vom Villa Hügel,
verlieh Kurt, dem Cellisten, Flügel.
Sie blies und er strich,
bis man fast verblich,
doch dann zog sie rasch noch die Zügel.

 

Mittwoch, 20. Februar 2013 um 22:21 Uhr

Irene, die Braut von Rolf Eden,
die hatte gelernt bei den Schweden,
mühsam zuzelt sie hoch,
was da sollte ins Loch,
doch der Playboy wollte nur reden.

 

Mittwoch, 20. Februar 2013 um 22:39 Uhr

Den Knaben von St. Nikolaus,
kam Selbstbefleckung nicht ins Haus.
Sie bevorzugten stattdessen,
fettes, schweinisches Essen,
bis dann der Hengst kam in den Schmaus.

 

Donnerstag, 21. Februar 2013 um 09:12 Uhr

Der Fischer aus Ibbenbüren,
liebt sehr das Koitieren,
doch die Kois woll´n das nich,
rufen Piranhas zu sich,
der Fischer bekam das zu spüren.

 

Donnerstag, 21. Februar 2013 um 09:42 Uhr

Die Friseuse Anita kennt einen Herrn,
der rupft sie, doch vielmehr noch bürstet er gern.
Das langweilt Anita, die danach giert,
dass sie endlich einmal gepudert wird,
doch das liegt dem Bürstenherrn fern.

 

 

 


 

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