Bachmannpreis 2012 - 2 / Warmlaufen mit Statistik

Hoodies an und ab vor die Rechner!

Wir laufen uns jetzt ein bisschen warm für das Extreme-Zuhöring und -Zuschauing beim großen Klagenfurter Wettlesen. Helfen sol­len uns dabei ein paar nüchterne, kalte Zahlen:

Geschlechtsspezifisch steht es heuer 7:7. Verglichen mit dem Vor­jahr – 6 geladene Autorinnen – und dem vorvorigen Jahr – 5 gela­dene Autorinnen – , ist das eine beachtlich kontinuierliche Steige­rung. – Gibt es eine Frauenbeauftragte in der Jury? Hat der ORF die Quote einge­führt? Oder war es bloßer Zufall? (War´s der Mondenschein? No, no! Oder war´s der Wein? No, no! Kann das möglich sein? Yeah, yeah! Der Bossa Nova - war schuld daran! -- Ach so.)

 

Länderspezifisch ist es diesmal ziemlich bunt und nicht leicht, die ge­hissten Fähnchen fehlerfrei einzuordnen. Herrschten bis dato recht klare Verhältnisse (die folgenden stehen pars pro toto für die meisten zu­rückliegenden Bachmannpreis-Wett­bewerbe):

               D                CH             A

2010       9                  2                2

2011      10                 1                3

sieht man sich in diesem Jahr durch Doppelnennungen (D+CH, Na­wrat/A+CH, Ramnek) verwirrt. Und als wäre das noch nicht genug (und ein ärgerlicher Strich durch das gewohnte schöne Statistik-Schema) treten auch noch zwei Autoren unter der Flagge Finnlands und Japans an. Dabei wird der eine in einschlägigen Quellen als ös­terreichischer (Federmair), der andere als deutscher (Moster) Schriftsteller geführt. Wie soll ich da eine aussagekräftige Tabelle erstellen?

2012       6 (+1+1)    2(+2)        2(+1+1)

Das also bringt die Globalisierung? Allgemeine Verwirrung?!

(Falls nun jemand bei mir anklopfen möchte, um mir die Ohren lang zu zie­hen, weil ich meine Recherche nicht ordentlich durchge­führt hätte, dem sage ich ins zornige Gesicht: Klar weiß ich, dass Alexs Scholz 2010 für Irland angetreten ist. Aber zum einen gilt: Einmal ist kein­mal. Zum anderen gilt: Was die Statistik unnötig be­lastet, darf unter den Teppich gekehrt werden!)

 

Altersspezifisch ist zu vermelden, dass das Gesamtalter des 2012er Jahrgangs 539 Jahre beträgt. Geteilt durch die Teilnehmerzahl er­gibt das ein Durchschnittsalter von 38,5. Und wie sah es davor aus?

2011         521 Jahre         37,2

2010         500 Jahre         35,7

Ich habe nicht die Geburtsmonate der Kandidaten überprüft. D.h., alle, die erst nach dem 8. Juli Geburtstag haben, mussten hier der Einfachheit halber ein wenig älter gemacht werden. Da ich bei den vorherigen Bachmannpreis-Jahrgängen in derselben Weise verfah­ren bin, bleibt sich das im Verhältnis gleich. So oder so: Der Trend ist unverkennbar. Warum auch sollte der demographische Wandel ausgerechnet am Wörthersee spurlos vorübergehen?

 

Fazit: Sieht gar nicht schlecht für mich aus im Blick auf 2013:

+ D (noch immer in der Überzahl)

+ Ü 50                          

          = hohe Einladungschance für die 37. TDDL

 

Muss ich nur noch den Roman zuende Schreiben (Romanauszüge haben in Klagenfurt bessere Chancen, lt. m. persönl. Statistik).

 

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