So

19

Mai

2013

Pfingsten

 

Pfingsten

Der heilige Geist schaut recht verdrossen,
heut wird er wieder ausgegossen.

 

Vor Unmut nahezu schon krank,
wankt tapfer er zum Kleiderschrank.
Den Schutzanzug gilt es zu finden,
- da mag der Sohn noch so viel künden -
doch Nummer 3 packt stets der Schrecken,
wenn Hinz und Kunz sich nach ihm strecken.
Deshalb greift er zum Federkleid,
der Geist ist nämlich sehr gescheid.

 

Perfekt getarnt als Täuberich,
begibt er Richtung Startplatz sich.
Der Packdienst von der Engelschar,
steht wartend schon mit Tüten da,
die sind mit Zungen vollgefüllt,
wonach der Hinz ist mächtig wild,
und auch für Kunz sind Zungen gut,
damit er besser sprechen tut.

 

Der Geist stürmt los mit Saus und Braus,
da ist bald jeder aus dem Haus.
Und in der riesgen Menschenmenge
gibt es ein fürchterlichs Gedränge.
Von jetzt auf gleich - man kann es ahnen -
säumt sie schaulustig Autobahnen.
Der Geist, er reißt die Tüten auf,
das bringt die Leut' ekstatisch drauf.
Verzückt, entrückt, es ist sehr schön,
wie alle sich aufmal verstehn.

 

Und auch am hohen Himmelsthron
haut man sich auf die Bollen schon.
Dort gibt es ebenfalls seit Stunden
gehörig viele Maibock-Runden.
Der Rest der heilgen Trinität
neugierig durch das Fernrohr späht,
und sieht: die Taub' fängt an zu eiern,
im Streß der Hermeneutik-Feiern.
Mit letzter Kraft kriegt sie die Biege
und macht dann schleunigst eine Fliege.

 

»Pooh, das war knapp« tönt es von oben,

»darob laßt uns den Geist nun loben!«
Herr Jesus Christ sprach diesen Toast,
und alle sagen artig: »Prost!«
 Keck giggelt der all-knowing Vater:
»Mensch - das gibt morgen aber'n Kater!!!«

 

Doris Brockmann

 


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Do

16

Mai

2013

Bachmannpreis 2013 – 3 /„Loneliness is a crowded room“

Hier nun folgt der dritte Text meiner Umfrage zum Thema „Kla­genfurttauglichkeit“:

 

Doris Brockmann: Umfrage: Bachmannpreis 2013

 

Loneliness is a crowded room“

Wilma Kruk trägt turbanartig gewickelte Tücher auf dem Kopf. Aus den oben offenen Tuchgebinden ragt ein wurstartiger Dutt her­aus. Das Ganze hat mich an­fangs an eine Pagode erinnert. Inzwis­chen bin ich mir aber si­cher, dass es mehr dem Deckel einer Tajine ähnelt, sowohl in der Form als auch in der Farbe. Der Dutt hat die­ses dunkle, leicht rot­stichige Braun, das man von oft gebrauchten unglasierten Tajinen kennt. Wieviel Eigenhaar in ihm steckt, ver­mag ich nicht zu sagen. Es könnte sein, dass es sich um Haarersatz handelt.

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Mi

15

Mai

2013

Bachmannpreis 2013 – 2 /„Hortlik“

Hier nun folgt der zweite Text meiner Umfrage zum Thema „Kla­genfurttauglichkeit“:

 

Doris Brockmann: Umfrage: Bachmannpreis 2013

 

Hortlik

Hortlik gehört zu den Menschen, die beim Sprechen Speichelfäd­en zwischen den Lippen ziehen. Manche Gesprächs­partner verlieren deswegen schnell die Fassung, andere hingegen meinen, dass es darauf ankomme, was einer sagt, nicht wie er es sagt.

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Di

14

Mai

2013

Bachmannpreis 2013 - 1 / Anschreiben + "Ripple-Effekt"

Vor einiger Zeit habe ich 42 Mal diesen Brief verschickt:

 

Liebe/r ...
als passionierte Fernsehstudentin der "Tage der deutsch­sprachigen Literatur" habe ich die KandidatInnenvideos zum Bachmannpreis 2012 in meinem Blog www.walk-the-lines.de vorabbesprochen und an den Twitter-Diskussionen während des laufenden Bewerbs teilgenommen.

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Di

30

Apr

2013

ORANJE! ORANJE!

Der Zeremonie erster Teil: De Abdicatie

Wer, wie die feierlustige Marijke aus Zwolle, heute morgen um 4.30 Uhr vor dem Amsterdamer Königspalast eintraf, muss sich mit der zweiten Zuschauerreihe zufrieden geben. Ich habe etwas länger geschlafen und sitze nun näher als in Reihe eins am Geschehen - lerne dafür jedoch keine feierlustigen Holländer kennen. Man kann halt nicht alles haben.

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Sa

27

Apr

2013

Noch 3x schlafen

Heute wird Prins Pilsje 46!

Dienstag wird er Koning!

Gute Gründe für ein kräftiges: Hoera, hoera, hoera!

 

Wir republikanischen Königsbetrachter geraten allmählich in Schwingung.

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Sa

20

Apr

2013

Newsticker Literaturkanon

Newsticker Literaturkanon*


Nachrichten, die die Welt (nicht) braucht, exklusiv hier, aus dem

Tickt-der-noch-ganz-richtig-Newsticker.

„Sind die denn auch frisch?“

„Unsere News sind sowas von frisch, die ticken wir raus, noch be­vor sie passiert sind!“

„Gut, dann geben Sie mir mal so ein Lügenbeutelchen.“

 

++++ „Die Leiden des jungen Werthers“: Auszubildender in der Justizvollzugsanstalt beklagt, niemand höre auf ihn. +++

 

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Do

11

Apr

2013

"Burning down the house ..."

Im letzten Sommer sagte der kleine Schornsteinfeger: „Der Kamin, an dem Ihr Ofen hängt, versottet. Den müssen Sie dämmen. Keine große Sache. Könnense auch selber machen.“ Wolltenwa aber nicht selber machen. Wir leiteten die kleine Sache weiter an einen Dach­deckermeisterbetrieb.

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Mi

03

Apr

2013

"Deutschland und die Welt"

Warum die „Deutschland-und-die-Welt“-Seite der FAZ „Deutsch­land und die Welt“ heißt, würde ich mir gerne mal von jemandem aus dem zuständigen Ressort erklären lassen. Gehört denn Deutsch­land nicht zur Welt? Und ist es nicht ein bisschen viel, was da an Erwartungen geschürt wird? Und ist es nicht ein bisschen wenig, dass einem so großen Thema mit so vielen geschürten Erwartungen nur eine einzige Seite eingeräumt wird – während das Ressort „Po­litik“ über ganze fünf (!) Seiten verfügt (müsste es nicht gerade umgekehrt sein?)

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Di

02

Apr

2013

Brockmann lehrt, wie man etwas über das Pubertät­sende in der DDR erfährt

Ich mag, was und wie Jochen Schmidt schreibt. Darum kann ich auch nicht verstehen, warum er bei der Siegerehrung im Rahmen des Bachmannpreises 2007 nicht berücksichtigt wurde. Er hatte eine herrlich schräge und melancholische Weltraumfahrergeschich­te präsentiert, die auch der Jury gefallen hatte, dann aber, als es ans Voten ging, unbeachtet blieb. Nun gut. Sein neuer Roman „Schneckenmühle“ straft die Klagen­furter Juroren Lügen. Er ist zum Reinsetzen. Obwohl. Doch dazu später.


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Fr

29

Mär

2013

Themenwoche "Ei" - 3

Newstweets r Eierköppe, die um die Ecke den­ken



++++ Walachei: Kurz vor Ostern hat in Rumänien ein kastrier­tes männliches Pferd ein Ei gelegt!!! ++++



++++ Eiter: Straßenbauarbeiter vertut sich beim Anmischen des Asphaltbelages. ++++


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Mi

27

Mär

2013

Themenwoche - "Ei" - 2

Sprache ist schon ein dolles Ding.

Das denken auch die Autoren der Gruppe „Oulipo“. Die versteht sich als eine „Werkstatt für potentielle Literatur“ (L' Ouvroir de Littérature Potentielle – 1960 von den französischen Schriftstellern Raymond Queneau und François Le Lionnais gegründet).

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Di

26

Mär

2013

Themenwoche "Ei" - 1

Ein selbstbewusstes Frühstücksei


Ein selbstbewusstes Frühstücksei,
das sprach zu mir von »Schlamperei«

und dass es sowas einfach hasse,
wenn man's im Topfe warten lasse.
Vereinbart wären fünf Minuten,
ich solle mich gefälligst sputen!

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Do

21

Mär

2013

Papapaparazzi

Kleines Glaubenbekenntnis


Ich glaube mit dem öffentlichen Interesse am Papst ist es ähnlich wie mit Kochsendungen, „Landlust“ und Königshochzeiten im Fernsehen: Man betrachtet ein Paralleluniversum.

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So

24

Feb

2013

Brockmann lehrt, wie man sich auf einem Casting erfährt

Die Agentur Eick hatte zu einem Casting für den Dortmunder „Tat­ort“ (ein bisschen auch für den aus Köln und Münster) gerufen und 1400 Castingwillige kamen.

Auch ich stand gestern Vormittag ab halb elf vor dem Dortmunder Kino „Schauburg“ und wartete darauf, gecastet zu werden. Ich dachte, so et­was muss man einfach mal gemacht haben. Außerdem gehöre ich seit Jahrzehnten zur Gemeinde der „Tatort“-Kuk­ker.

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Fr

22

Feb

2013

Schweinische Limericksche Klassenfahrt (2)

NACHTRÄGE

 

Freitag, 22. Februar 2013 um 08:33 Uhr

Beim Casting im Musikantenstadl,
Herr Silbereisn sah a feschs Madl,
as woit´s hoasse Eisn ned ofassen,
jetzt hoggt´s beim Discounta an da Kassn
und grämt si statt im Stadl im Ladl.

(Liabe Bayern, i weiß, es mua „Ladn“ hoassen - aba da is ja gar ned gemeint! Gemeint ist, was wir aus Schleichwerbungsverbotsgründen auf den Seiten dieses öffentlich-rechtlich einwandfreichen Blogs nicht nennen dürfen.)

 

 

Freitag, 22. Februar 2013 um 18:00 Uhr 

Zu Bayreuth Frau Salomé dachte,
die Peitsche, die Nietzsche mir brachte,
die probier ich jetzt aus,
Richard komm da mal raus,
koa Angst, ich schlag Dich nur ganz sachte.

 

 

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Do

21

Feb

2013

Schweinische limericksche Klassenfahrt

Unter der Überschrift „Auf besonderen Wunsch eines einzelnen Herrn“ rief gestern die Frau Bogdan zu einer Schweinkram-Lime­rick-Challenge“ in ihrem Blog auf.

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Mo

11

Feb

2013

Newsticker Rosenmontag

Newsticker Rosenmontag


 Nachrichten, die die Welt (nicht) braucht, exklusiv hier, aus dem

Tickt-der-noch-ganz-richtig-Newsticker.

„Sind die denn auch frisch?“

„Unsere News sind sowas von frisch, die ticken wir raus, noch be­vor sie passiert sind!“

„Gut, dann geben Sie mir mal so ein Lügenbeutelchen.“

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Di

05

Feb

2013

"Brockmann lehrt, wie man" ... entschleiert

Endlich!!!

Brüderle bricht sein Schweigen!!!

Exklusiv in dieser Vorlesung!

 

Für mich ist es nicht immer angenehm, 67 Jahre alt zu sein, ein Mann und ein Vollblutpolitiker. Das liegt an den Frauen.

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Fr

25

Jan

2013

"Brockmann lehrt, wie man" ... schavanert

Liebe Frau Schavan,

ich heiße Jolina Czybulski und gehe in die 10b der Vico-von-Bülow-Gesamtschule in Selfkant-Havert.

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Do

17

Jan

2013

Kurze Geschichten - "Umschweife"

Um von A nach B zu kommen, geht Wrobel über C. Der Umweg ist ein Gewölk von Verästelungen und zieht Zeit. Die ist ein kostbares Gut und gehört in die Welt des Luxus´.

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Mi

16

Jan

2013

"50 Shades of Fiction" - 1

"Es ist immer interessant, Europäer der Stille zu überlassen. Für sie ist sie eine Leere, in der die Spannung steigt und ins Ungewisse wächst."

 

"Ich habe bei Menschen nie an Kälte geglaubt. An Verkrampfung schon, aber nicht an Kälte. Das Wesen des Lebens ist Wärme. Selbst Hass ist gegen ihre natürliche Richtung gekehrte Wärme."

(Peter Høeg: Fräulein Smillas Gespür für Schnee: Roman. Übersetzung: Monika Wesemann, Hamburg, 2004)

 


Ékriture hat zum Mitmachprojekt "50 Shades of Fiction" eingeladen.

Gerne folge ich ihr und starte heute mit einem - tagesmetereologisch höchst  aktuellen -  Motiv zu Peter Høegs Fräulein Smillas Gespür für Schnee.

 

Über das Jahr verteilt werden in unregelmäßigen Abständen weitere Fotomotive nebst Zitat oder Kurzkommentar zu den ausgewählten 50 Buchtiteln hier als Blogeintrag erscheinen.

 



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So

06

Jan

2013

"Brockmann lehrt, wie man" ... sich erleichtert

Jahresanfang ist die Hochzeit der guten Vorsätze. Neubeginn auf al­len Ebenen. Der alte Adam soll abgestreift werden, ein neuer Mensch entstehen, wenn möglich gleich ein ganz ein neuer.

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Mi

26

Dez

2012

"Brockmann lehrt, wie man" ... beschert

Was das Bescheren von anderen Gabenübergaben unterscheidet, sind das Datum und das ganze Bohei, das um dieses Datum ge­macht wird.

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So

16

Dez

2012

"Brockmann lehrt, wie man" ... sich falsch wehrt

Es ist richtig und wichtig, dass ernstzunehmende Zeitungen Partei ergreifen für den guten alten Suhrkamp Verlag. Es ist konsequent, nicht hinnehmen zu wollen, wie jener traditionsreiche literarische Feinkostladen, mit dessen Spezialitäten man intellektuell erwach­sen geworden ist, juristisch zerbröselt und den Handlungsgesetzen einer Supermarktkette unterstellt wird. Man kann dies im Tonfall der Entrüstung tun, kämpferisch, ironisch, kritisch-solidarisch, nüchtern oder polemisch – je vielfältiger desto eindrücklicher.

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Sa

08

Dez

2012

"Brockmann lehrt, wie man" ... Schnee kehrt

Übertriebene Höflichkeit ist eine der lästigsten Erscheinungen, wenn es darum geht, Frühschnee zu entsorgen.

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So

02

Dez

2012

"Brockmann lehrt, wie man" ... stört

Heute sprechen wir über ...

Tock-tock-tock (an der Hörsaaltür)

Herein, wenn´s kein Schneider ist.

Guten Tag. Verzeihen Sie bitte die Störung. Mein Zug hatte Ver­spätung.

Kommen Sie herein. Nehmen Sie Platz. Sie haben noch nichts verpasst. Unser Zug rollt gerade erst los.

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Sa

24

Nov

2012

"Brockmann lehrt, wie man" ... salbadert

Neuesten Erkenntnissen zufolge meint der überwiegende Teil der Weltbevölkerung „salbadern“ bedeute, „ein Salzbad nehmen“. Ca. soundsoviel Prozent davon, sind der Überzeugung, es handele sich um ein Bad in Salzsäure, der Begriff stamme aus der Kriminalistik und bezeichne eine effiziente Tötungs- bzw. Leichen­entsorgungsart im Sinne des Ideals eines perfekten Verbrechens. Die Befragten ga­ben an, in den von ihnen gesehenen Fernsehserien über einen Ge­richtsmediziner resp. eine Gerichtsmedizinerin mindestens dreimal den Satz „Verdacht auf Salbadern“ bzw. „su­spicion of salbadering“ gehört zu haben.

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Mi

14

Nov

2012

"Brockmann lehrt, wie man" ... Tilman Rammstedt erhört

Sehr geehrter Herr Rammstedt,

you know, I was born in Idar-Oberstein, this sleepy little town of jewels and soldiers. So I´m able zu sprechen Ihre Sprache und zu lesen Ihren Roman Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters.

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Sa

10

Nov

2012

"Brockmann lehrt, wie man" ... mehr "verzehrt"

Wer Ohren hat, soll hören, wer Geld hat, soll´s verzehren.“

Also sprach der Dichterfürst und hinterließ uns mit dem Spruch wieder einmal mehr als nur einen donnernden Stammtisch-Zwei­zeiler. Eine gut geeignete Vorlage, um über Zweckbestimm­ung, Großzügigkeit, Ignoranz und Geiz erklecklich zu räsonnieren. Das wollen wir aber nicht tun.

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Di

30

Okt

2012

"Brockmann lehrt, wie man" ... sich über Halloween ärgert

Früher war alles besser. Denn einmal nur im Jahr kam ein buntes Trüppchen vorbei, meist kleine lachende Menschen, die etwas ver­legen und etwas verwegen sangen: „Bin ein kleiner König, gib mir nicht zu wenig!“ Man füllte ihnen ein paar Süßigkeiten in die Ta­schen, schon liefen sie kichernd davon.

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Mo

22

Okt

2012

"Brockmann lehrt, wie man" ... Sinn entleert (1)

Bald ist es wieder soweit: Die Bischöfe werden die Sinnentleerung des Weihnachtsfestes beklagen.

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Mi

10

Okt

2012

"Brockmann lehrt, wie man" ... sich verfährt

Ja, wir leben in schnellen Zeiten. Und es scheint, sie werden immer schneller. Um das ein wenig verstehen zu können, hat uns Paul Vi­rilio den schönen Ausdruck „Dromologie“ geschenkt. Mithilfe die­ses Begriffs, der nicht so sehr mit Dromedaren als vielmehr mit Rennbahnen zu tun hat, können wir erkennen, dass nicht allein Macht, Geld, Klassen, Religionen und sonstwas gesellschaftliche und historische Prozesse vorantreiben, sondern auch und gerade: die Geschwindigkeit.

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Do

04

Okt

2012

"Brockmann lehrt, wie man" ... als Hirschrufer röhrt

Herbstzeit ist des Jägers Zeit und auch die des brünftigen Hirschen. Nie habe ich verstanden, dass gerade zu dem Zeitpunkt, wenn der Hirsch in Paarungslaune gerät, die Jagd auf ihn beginnt. Aber egal. Ich bin keine Jägerin und kann also den tieferen Sinn nicht verste­hen.

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Di

02

Okt

2012

"Brockmann lehrt, wie man" ... wird ein Nerd

Vorwort

Mein Großvater eröffnete die erste Fahrschule in Paderborn. Ich habe ihn nicht persönlich kennengelernt, denn er starb sehr früh. Ich habe auch nicht das Autofahr-Gen von ihm geerbt, denn ich fahre ungern, langsam und ängstlich.

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Mo

24

Sep

2012

Jenseits des Großburgwedels - 12

Kapitel 16 heißt: „Die Zukunft“. Es ist das letzte und treibt mich zu der Überlegung, ob ich das L lieber groß schreiben sollte.

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Sa

22

Sep

2012

Jenseits des Großburgwedels - 11

Welchen Anteil hat eigentlich Mit-, Co- oder wie-auch-immer-Au­torin Nicole Maibaum an dem Bestseller „Jenseits des Protokolls“?

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Fr

21

Sep

2012

Heute wegen Familienfeierlichkeiten geschlossen

Am Wochenende geht´s weiter.

Dann kommt das Finale oh-ho-ho-ho!!!

 

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Do

20

Sep

2012

Jenseits des Großburgwedels - 10

Seit gut einer Woche ist "Jenseits des Protokolls" auf dem Markt. Letzte Nacht gab es die 1000. "Rezension" auf der Amazon-Seite: "wow...bin ich jetzt der 1000. hier? cool...kenn das Buch net - will ich auch net...gähn!“, sagt ein Kai Doelling und vergibt vor lauter Begeisterung gleich fünf Sterne. Aber die machen den Kohl auch nicht fett. Die Gesamtbilanz fällt weiterhin so aus, wie keine Auto­rin sie gerne hätte.

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Mi

19

Sep

2012

Jenseits des Großburgwedels - 9

Eigenartigerweise folgt das Kapitel über „Die Kinder“ von Frau Wulff nicht im Anschluss an das Kapitel über „Die Beziehung“, dem es inhaltlich entspräche, sondern erst ein Kapitel später, nach dem „Charity“-Kapitel. Ich glaube, der Grund hierfür liegt in dem, was anschließend folgt, und das ist die Auseinandersetzung mit den zentralen Themen, ausgehend von „Die Vorwürfe“ bis hin zu „Der Rücktritt“.

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Di

18

Sep

2012

Jenseits des Großburgwedels - 8

Liebe Empörte, Entrüstete, Lehmschmeißende! Es gibt doch so vie­le schöne Orte im Internet, wo man sich austauschen kann. Warum nennt ihr es „Kundenrezension“, wenn ihr nur einfach mal über Frau Wulff ablästern wollt? Wo nehmt ihr den Mut her, euch öffent­lich zu einem Buch zu äußern, über das ihr frei von Scham hinaus­posaunt: „Ich habe dieses Buch weder gekauft noch gelesen.“?

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Mo

17

Sep

2012

Jenseits des Großburgwedels - 7

Eile ist geboten. Der (vermeintliche?) Bestseller entpuppt sich mehr und mehr als Shortseller.

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So

16

Sep

2012

Jenseits des Großburgwedels - 6

Die Freunde“ im Kapitel 6 sind eigentlich „Die Freundinnen“. Denn abgesehen von Andreas („Er und ich sind ein Beispiel dafür, dass Männer und Frauen tatsächlich Freunde sein können.“) erfah­ren wir in diesem Kapitel ausschließlich etwas über Frau Wulffs beste Freundinnen, Josefine und Stephanie, mit denen sie seit der Schulzeit befreundet ist.

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Sa

15

Sep

2012

Jenseits des Großburgwedels - 5

Gerne wüsste ich, ob im Hause Wulff mal erwogen wurde, dass die Entscheidung von Frau Merkel, Christian Wulff für das Amt des Bundespräsidenten vorzuschlagen, eine Art Wegloben hätte sein können, ein feiner Schachzug von Frau Merkel, mit dem sie einen ernst zu nehmenden Kanzlerkandidaten rechtzeitig aufs Abstellgleis stellen wollte.

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Fr

14

Sep

2012

Jenseits des Großburgwedels - 4

Bevor es weitergeht im Text, werfen wir einen kurzen Blick in die Ranking-Agentur Amazon (Stand: 8:43 Uhr).

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Do

13

Sep

2012

Jenseits des Großburgwedels - 3

„Jenseits des Protokolls“ enthält weder Fotos noch ein Personen-, Sachwörter- oder Ortsverzeichnis. Auch findet sich kein Untertitel, der uns verraten könnte, mit welchem Genre wir es bei diesem Buch zu tun haben. Ist es ein Roman, ein Protokoll, eine (Auto-) Biographie, eine Tagebuchsammlung? Auf der Buchrückseite ver­steckt sich ein einziger Hinweis: Es ist „ein überaus offenes Buch“.

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Mi

12

Sep

2012

Jenseits des Großburgwedels - 2

Um 8.45 Uhr hat das Buch „Jenseits des Protokolls“, das heute er­scheint, auf der Amazon-Seite bereits 119 Kundenrezensionen und kommt in der Gesamtwertung auf anderthalb Sterne.

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Di

11

Sep

2012

Jenseits des Großburgwedels - 1

Erst sollte es am 9. November erscheinen. Dann wurde seine Veröffentlichung auf den 12. September vorgezogen. Tatsächlich aber konnte man schon letzten Samstag einige Exemplare auf den Büchertischen von Buchhandelskettenfilialen finden. Und heute, am 11. September, sehe ich es bei Amazon bereits mit einer Kundenrezension versehen und dreimal als "gebraucht" im Angebot für 15,99 Euro (statt 19,99 Euro).

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So

02

Sep

2012

Kuranstalt - Dokumentationsroman einer Maßnahme - 15

Als Zigarren noch Herzen retten konnten
Als Zigarren noch Herzen retten konnten
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Fr

31

Aug

2012

Intermezzo mit Foto - 1

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Sa

25

Aug

2012

Kuranstalt - Dokumentationsroman einer Maßnahme - 14

Und Tschüss


Der deutsche Melting Pot ist im Laufe der letzten Woche bis zur Unerkennbarkeit geschrumpft. Ich bleibe übrig.

Nein, wir haben uns nicht zerstritten. Alles gut. Nur gilt im Kurver­lauf nicht die Maxime, dass die Ersten die Letzten sein werden. Hier hält man sich streng an das Zeitreglement, demzufolge die Ersten die Ersten und die Letzten die Letzten sein werden – wenn´s ans Abreisen geht. Und ich war als Letzte von uns angereist.

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Mo

20

Aug

2012

Kuranstalt - Dokumentationsroman einer Maßnahme - 13

Mitpatienten II


Es gibt Mitpatienten, die stöhnen ständig. Und zwar nicht nur, wenn sie bei trockengymnastischen Übungen neben einem auf der Matte liegen, sondern auch schon bevor die Übungen losgehen, wenn wir draußen im Gang auf unsere Vorturnerin warten.

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Fr

17

Aug

2012

Kuranstalt - Dokumentationsroman einer Maßnahme - 12

Wanne


„Total toll. Ich geh da richtig ab!“ hatte Markus, mein anfänglicher Tischnachbar kurz vor seiner Abreise über die „Aquaschmerz,-stress Therapie“ geschwärmt. Mehr, als dass man mit Kopfhörern im Wasser schwebt und vor lauter Entspannung „richtig abgeht“, war von ihm über diese seltsame Therapie nicht zu erfahren gewe­sen.

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Mo

13

Aug

2012

Kuranstalt - Dokumentationsroman einer Maßnahme - 11

Mitpatienten I


Ich fürchte, neben mir wohnt eine Frau mit Tourette-Syndrom. Pha­senweise ruckelt und klopft es in Zimmer 1224 recht stark, als haue jemand mit Armen und Beinen an die Wand und auf den Boden und alles andere, was bei 3 nicht auf den Bäumen ist.

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Do

09

Aug

2012

Kuranstalt - Dokumentationsroman einer Maßnahme - 10

Quäker II

 

Zuerst der Friedhof, dann das Versammlungshaus. Mit dieser unge­wöhnlichen Reihenfolge einer Ansiedlung beginnt die Geschichte der Quäker in Bad Pyrmont.

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Sa

04

Aug

2012

Kuranstalt. Dokumentationsroman einer Maßnahme - 9

Quäker I


Quäker kenne ich nur aus Sonntagnachmittagsfilmen. Zum Beispiel aus dem Bürgerkriegsdrama „Lockende Versuchung“ mit Gary Cooper.

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Sa

28

Jul

2012

Kuranstalt. Dokumentationsroman einer Maßnahme - 8

En la piscina


Die Benutzung des Kurklinik-Schwimmbades ist nur mit ärztlicher Erlaubnis möglich und heißt dann „Freies Bewegen/Üben im Schwimmbad“. Wenn ich mit dem Plazet meiner Frau Dr. Kro­kowski ins Wasserbecken steige, um mich dort frei zu bewegen, stoße ich in neun von zehn Fällen auf folgende Arten von Freibe­wegern:

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Mi

25

Jul

2012

Kuranstalt. Dokumentationsroman einer Maßnahme - 7

Jugendherberge


Wie die Klebeband-Aktion gelaufen sei, frage ich Anna beim Früh­stück. Die winkt ab, weist mit dem Kopf Richtung Fens­terseite und sagt: „Die da hinten hat uns verraten. Die hat ihm ´ne SMS ge­schickt und ihn gewarnt. Wie blöd muss man sein, wenn man kei­nen Spaß versteht! Aber die ist in den verliebt, obwohl der so eine nette Frau hat. Das geht doch gaar nicht.“

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Mo

23

Jul

2012

Kuranstalt. Dokumentationsroman einer Maßnahme - 6

Tisch und Tonne


Wenn unsere Tischbesatzung komplett angetreten ist, sitzen vier Frauen und zwei Männer am Tisch. Die drei Geschlechtsgenossin­nen habe ich erst beim Dinner kennengelernt, da sie, als ich hier mittags an den Start gegangen bin, bereits auf- bzw. fertiggegessen hatten.

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So

22

Jul

2012

Kuranstalt. Dokumentationsroman einer Maßnahme - 5

Alternativen

 

Die Erstuntersuchung führt eine kleine schwarzhaarige Ärztin durch, die verschmitzt aus blitzenden Äuglein lacht und einen rus­sischen Akzent hat. Ich soll ihr alles über meine Schmerzen undso­weiter undsofort erzählen.

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Fr

20

Jul

2012

Kuranstalt. Dokumentationsroman einer Maßnahme - 4

Hallo


Als ich die Kurklinik betrete, sind sämtliche Gäste beim Mittages­sen (und nicht in der Liegekur wie bei Herrn Castorps Eintreffen am Zauberberg). Aus dem links vom Haupteingang liegenden Speisesaal strömt ein Gesurre und Gewimmel auf mich ein. Ganz schön viele Stimmen und Gestalten für eine/n hermit.

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Do

19

Jul

2012

Kuranstalt. Dokumentationsroman einer Maßnahme - 3

Fahrt


Im Unterschied zu der Strecke, die Hans Castorp zurücklegen musste, um zum angezielten Sanatorium zu gelangen, ist meine we­der weit noch „geht (es) durch mehrerer Herren Länder, bergauf und bergab.“ Dafür geht es nach gut einer Stunde Fahrt mit der NordWestBahn durch mehrere Dortmunds: DortmundBövinghau­sen, DortmundLütkendortmundNord, DortmundMarten, Dort­mundRahm, DortmundHuckardeNord, dass ich mich bald ernsthaft frage, ob wir je ein DortmundHauptbahnhof erreichen werden. Ach, tatsächlich, da ist es ja: Alle Fahrgäste bitte aussteigen, der Zug endet hier.

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Mi

18

Jul

2012

Kuranstalt. Dokumentationsroman einer Maßnahme - 2

Fort - Da


Es gibt solche, die sind im Reisen zuhause, und solche, die sind im Zuhause zuhause. Ich bin irgendwo dazwischen. Auf einer Skala von 1 (Zuhause) bis 10 (Reisen) liege ich ungefähr bei 4-5, vielleicht sogar bei 3-4. Tendenz steigend, d.h. fallend.

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Di

17

Jul

2012

Kuranstalt. Dokumentationsroman einer Maßnahme -1

Kur – Reha


Ich fahr zur Kur.

Genau genommen tu ich das aber nicht. Denn es heißt nicht mehr Kur, sondern “stationäre Leistung zur medizinischen Rehabilitati­on“ – so wie Raider jetzt Twix heißt. Und obwohl mich die versi­cherungsdeutsch correct Speakers ständig korrigieren, mag ich ein­fach nicht Reha sagen. Ich bleibe bei Raider!
Vielleicht zeigt sich daran, dass ich tatsächlich älter bin, als ich im­mer dachte, aber man kann doch nicht jeden neumodischen Quatsch mitmachen.

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Di

10

Jul

2012

Bachmannpreis - 12 / Wuff-Wuff-Wuff

Herr Anton will wissen, warum in dem Text da hinten kein Hund vorkommt.
Herr Anton will wissen, warum in dem Text da hinten kein Hund vorkommt.

  ... hier folgt die Fortsetzung.


In dem Text von Hugo Ramnek kommt zwar kein Hund vor, dafür aber unaufhörlich eine Echse und viel, nach Meinung von Frau St­rigl, zu viel symbolisch aufgeladene Sexualität: „Das ist hier der Hund – der innere Hund ist hier die Kellerechse.“

 

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So

08

Jul

2012

Bachmannpreis - 11 / Wuff-Wuff

Herr Anton will wissen, warum in dem Text da hinten kein Hund vorkommt.
Herr Anton will wissen, warum in dem Text da hinten kein Hund vorkommt.

Unglaublich, dachte ich und schaute zu Herrn Anton neben mir. Der guckte, als wäre es das Selbstverständliche auf der Welt: „Der Hund von Saloniki“ lautete der Titel von Stefan Mosters Geschichte. Herr Anton drehte sich zur Seite und schnaufte zufrieden. Am Tag zuvor hatte er noch rumgenörgelt: „Wenn wieder keine Hunde vorkom­men, klink ich mich aus.“ Und nun kam nicht nur einer im Titel vor, es traten gleich mehrere verschiedene auf.

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Sa

07

Jul

2012

Bachmannpreis 2012 - 10 / Wuff

Herr Anton will wissen, warum in dem Text da hinten kein Hund vorkommt.
Herr Anton will wissen, warum in dem Text da hinten kein Hund vorkommt.
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Mi

04

Jul

2012

Bachmannpreis - 9 / Stuben aller Art (Nawrat, Stichmann)

Also eigentlich mag ich gerne Bier. Ich glaube, weil ich in einer Bierstadt sozialisiert wurde“, sagt Matthias Nawrat zur Begrüßung. Er schaut dabei immer so in die Videokamera, als mache er die Aufnahme in Eigenregie – selpamachen! –, so, als sei das alles hier einfach mal so dahin improvisiert. Er schaut aber auch so, als säße unsereins mit am Tisch, direkt vis-à-vis, oder gar als sei man diese Videokamera.

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Mo

02

Jul

2012

Bachmannpreis 2012 - 8 / Stuben aller Art (Martynova, Moster)

Das ist vielleicht das wichtigste Zimmer“, höre ich Olga Marty­nova sagen und klatsche in die Hände. So direkt hat sich noch kei­ne(r) der AutorInnen in meinen Themenrahmen „Stube“ eingefügt. Doch es gibt ein Problem: Die anschließenden Aussagen passen ir­gendwie nicht dazu. Ich schaue mir die Stelle im Videoporträt ein weiteres Mal an. Wieder höre ich „Zimmer“. Hin und her und her und hin: Ich beschließe, nicht „Zimmer“, sondern „Thema“ zu hö­ren. Ja, das passt. Eigentlich schade.

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Mi

27

Jun

2012

Bachmannpreis 2012 - 7 / Stuben aller Art (Federmair, Travnicek)

Japanische Zithermusik, ein japanischer Garten mit kleinen Pavillons (sieht der eine nicht wie ein Teehaus aus?), - was läge für das Videoporträt über den gebürtigen Österreicher Leopold Federmair, der seit zehn Jahren in Japan lebt und schreibt, näher, als ihn im lautlos-beschaulichen Inneren einer Teestube zu zeigen?

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Mo

25

Jun

2012

Bachmannpreis 2012 - 6 / Stuben aller Art (Feimer, Froehling)

In eine Art bühnenhafte Puppenstube entführt uns die österreichi­sche Theatermacherin Isabella Feimer. Wir sehen Szenen eines (des?) Kammerspiels zwischen einem Mann und einer Frau. Die Szenen sind in schwarz-weiß gefilmt und stumm geschaltet. Nach jeder Szene wird für einen Moment Frau Feimer in Farbe einge­blendet, die jeweils ein Wort sagt, das wie eine Überschrift über der gezeigten Szene stehen könnte.

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Fr

22

Jun

2012

Bachmannpreis - 5 / Stuben aller Art (Richner, Ramnek)

I can see you in the morning when you go to school“, schallt es aus dem Lautsprecher. Man sieht aber niemanden zur Schule gehen, sondern jemanden bereits in der Schulstube stehen. Es ist eine junge Frau, die gerade das Wort „Randnotizen“ an die Tafel schreibt. Als diese Frau geboren wurde, war der „School“-Song von Supertramp schon vierzehn Jahre alt. Die Frau heißt Mirjam Richner und ist die jüngste Teilnehmerin (24) beim diesjährigen Bachmannpreis-Wettbewerb.

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Mi

20

Jun

2012

Bachmannpreis 2012 - 4 / Stuben aller Art (Mahlke, Senkel)

Inger-Maria Mahlke nimmt uns mit auf einen leerstehenden Dach­boden. Dort lässt sie campinofarbene Flummis über den Holzboden hüpfen und rollen. Danach wäscht sie die Flummis ausgiebig in Seifenlauge, um sie anschließend so tief wie

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Mo

18

Jun

2012

Bachmannpreis 2012 - 3 / Stuben aller Art (Hassinger, Kränzler)

Die Videoporträts der KandidatInnen sind online. Und was fällt auf? Ein Großteil von ihnen hat beruflich mit Übersetzungen oder mit dem Theater (schreibend, inszenierend, unterrichtend) zu tun.

Es fällt aber noch etwas auf: Alle haben in irgendeiner Form mit ei­ner Stube zu tun.

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Sa

16

Jun

2012

Bachmannpreis 2012 - 2 / Warmlaufen mit Statistik

Hoodies an und ab vor die Rechner!

Wir laufen uns jetzt ein bisschen warm für das Extreme-Zuhöring und -Zuschauing beim großen Klagenfurter Wettlesen. Helfen sol­len uns dabei ein paar nüchterne, kalte Zahlen:

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Do

14

Jun

2012

Bachmannpreis 2012 - 1 / Vorglühen, nein danke?

Tja, seit dem 15. Mai ist die KandidatInnen-Liste für den Bewerb in Klagenfurt bekannt. Und ich werde schon ganz nervös. Aber nicht wegen des Bewerbs selbst, sondern wegen der ungewohnten Ruhe im Vorfeld.

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Sa

09

Jun

2012

INTERMEZZO: Figurella-Ladies-Fit - 2

Der Trainingstag heute steht ganz im Zeichen von Gelis Abschiedsvorstellung im „Figurella-Ladies-Fit“. Beim letzten Mal hat sie sich tadellos benommen, artig und fehler­frei die Übungen absolviert und die dargebotenen Tätowierun­gen ausgesprochen diskret studiert. Darum mache ich mir heute keine großen Sorgen, dass sie durch etwaige Taktlo­sigkeiten mein Ansehen beschädigen und mich, die ich hier vertragsmäßig noch einige Monate turnen muss, als Ausge­stoßene zurücklassen könnte.

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Do

31

Mai

2012

INTERMEZZO: Figurella-Ladies-Fit - 1

 Ich lasse mir ungern etwas einreden – am allerungernsten von Frau­enzeitschriften. Dass ich den Flyer vom „Figurella-Ladies-Fit“ nicht sofort in die Papiertonne geworfen habe, steht also in keinem Zusammenhang mit den aktuel­len Titelthemen von „Brigitte“, „freundin“, etc., sondern ge­schah aus freiem Willen. Der hatte mich urplötzlich ermuntert, mir und meinem Körper eine Freude zu ma­chen. Danke freier Wille, sage ich, vielleicht passt dann am Ende sogar noch das lavendelfar­bene Leinenkleid, das ich mir letztes Jahr bestellt, aber leider noch nie getragen habe.

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Fr

11

Mai

2012

Ruhestand-Pause

Der Fortsetzungsroman "Ruhestand" ist in die Warteschleife gelegt worden, weil zwei andere "Walk-the-lines-Aktionen"  dringlich drängen.

Worum es dabei geht, darf ich noch nicht verraten.

Pssst.

 

 

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Mo

23

Apr

2012

Ruhestand. Dokumentationsroman einer moralischen Entrüstung - 14

10. März 2012

Hast du immer noch Rücken? Der Lebensmensch nickt und presst wie zur Bestätigung die Hand auf die Lende. Aber es ist doch Wo­chenende. Was soll das denn heißen? Na, dass jetzt Ruhe herrscht und kein Stress. Da fragt doch der Hexenschuss nicht nach, der hat kein Wochenende. Ach so, ja dann. Es ist nicht immer alles psy­chisch, ich habe einen Hexenschuss, einen ganz normalen Hexen­schuss. Normal? Ja, normal wie jede andere Krankheit, die kommt und geht und in die man nicht etwas hineingeheimnissen muss.

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Mi

11

Apr

2012

Ruhestand. Dokumentationsroman einer moralischen Entrüstung - 13

9. März 2012

Sie hat die Haare ab, sie hat die Haare ab, sie hat die Haare ab,
sie hat die Haare ab! Olé, olé-olé-olé! Bettina Wulff hat eine neue Frisur – das ist eine der am häufigsten vermeldeten Nachrichten zum Ereignis des gestrigen Zapfenstreiches. Frau Wulff hat sich den al­ten Zopf abgeschnitten und tut damit kund, dass sie, was war, hin­ter sich lässt: Cut! Und auf zu neuen Ufern!

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So

08

Apr

2012

Ruhestand. Dokumentationsroman einer moralischen Entrüstung - 12

Kaffeekränzchen à deux. In Ruhe Geschenke und Glückwunschkar­ten betrachten. Fröhliche Zufriedenheit mit einem Hauch kaum an­zumerkender Enttäuschung. Der türkische Teekuchen erhält 10 Punkte. Fröhliche Zufriedenheit auch auf Seiten der Kuchenbäcke­rin. Kurz überlege ich, ob ich zur morgendlichen Pullover-Affäre noch etwas Zurechtrückendes anmerken sollte. Nein, besser nicht, denke ich und bin froh, dass der Lebensmensch jemand ist, der Üb­les nicht nachträgt. Im Gegensatz zu mir. Der Telefonreigen be­ginnt, der Hund und ich ziehen uns diskret zurück. Er macht die große Gartentour, bei der mög­lichst jeder Strauch markiert werden muss, und ich packe meine Schwimmsachen zusammen.

 

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Fr

30

Mär

2012

Ruhestand. Dokumentationsroman einer moralischen Entrüstung - 11

8. März 2012

Geburtstagsständchen. Geschenkübergabe. Wohlgefallen. Und die Sonne scheint dazu. Kleines Frühstück. Albernheiten. Blick auf die Uhr. Ernst des Lebens. Und dann das.

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Sa

24

Mär

2012

Ruhestand. Dokumentationsroman einer moralischen Entrüstung - 10

7. März 2012

Die Ente übt tapfer den aufrechten Gang. Ich schiebe trotzdem noch­mal für sie die Garagentür hoch und fahr den Wagen vor. Der Hund rennt mit einem Socken im Maul durch die Küche und schüt­telt ihn in Höchstgeschwindigkeit. Ich lass mich von der Machtde­monstration nicht weiter beeindrucken, räume den Frühstückstisch ab und hole mir aus dem Kühlschrank, was ich zum Backen des Geburtstagskuchens brauche. Schon wird die Schüttelei eingestellt, der Hund bezieht Posten vor dem geöffneten Kühlschrank und war­tet auf ein Wunder, das Wunder eines plötzlichen Wurst- und Käse­regens.

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Mi

21

Mär

2012

Ruhestand. Dokumentationsroman einer moralischen Entrüstung - 9

6. März 2012

Gewappnet mit seinem tiefenwärmenden Rückengürtel watschelt der Pflichtbewusste in den Flur und bindet sich unter leisem Weh- und-Ach-Gestöhn die Schnürsenkel zu. Bemuttern hin oder her, ich schiebe ihm das Garagentor hoch und fahr schon mal den Wagen vor. Das wird wieder, sage ich aufmunternd, als ich der Ente den Schlüssel übergebe. Du hast gut reden, antwortet die Ente und quält sich hinters Lenkrad.

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Sa

17

Mär

2012

Ruhestand. Dokumentationsroman einer moralischen Entrüstung - 8

Der Altkanzler Helmut Schmidt (94) sagt heute in der Bildzeitung, Christian Wulff (52) sei schon als Ministerpräsident von Nieder­sachsen zu jung gewesen und für das höchste Amt im Staate ganze zehn Jahre zu jung. Ich finde diese Aussage problematisch, weil sie uns Fünfzigjährige, die wir trotz unseres jungen Alters durchaus schon etwas auf die Reihe kriegen, allesamt diskreditiert und dis­kriminiert. Wäre ich die Bildzeitungsreporterin gewesen, ich hätte dem Nestor der deutschen Nachkriegssozialdemokratie widerspro­chen. Ich bin aber keine Bildzeitungsreporterin, und als ich mir das sage, durchflutet mich sogleich ein Glücksgefühl. Ein Glücksge­fühl, das so stark ist, dass es meinen Ärger über die diskriminieren­de Aussage fast vollständig wegspült

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Do

15

Mär

2012

Ruhestand. Dokumentationsroman einer moralischen Entrüstung - 7

5. März 2012

Offen gestanden, fällt es mir schwer, die aktuellen Meldungen, For­derungen, Empörungen und Meinungen, die sich am Wochenan­fang allein im Internet vor mir auftürmen, wahrzunehmen, ge­schweige denn auszuwerten. Die Politiker treten, pragmatisch, wie Politiker zu sein haben, mit ganz unterschiedlichen Ehrensold-Lö­sungsmodellen hervor. Es kommt also etwas Kon­struktives in die Debatte als immer nur Wut, Häme, Missgunst und Niedertracht.

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Mo

12

Mär

2012

Ruhestand. Dokumentationsroman einer moralischen Entrüstung - 6

3. März 2012

Heute will ich mich einmal nicht mit der Causa Wulff beschäfti­gen. Es ist Samstag und der Frühling prescht vor. Nun bloß keine finsteren Gedan­ken!

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So

11

Mär

2012

Ruhestand. Dokumentationsroman einer moralischen Entrüstung - 5

Als der Lebensmensch vom Tagewerk zurückkommt und Wochen­ende! ruft, zucke ich zusammen, weil ich ich an Tagewerk, neben ein paar dringenden Haushaltsverrichtungen und dem Schreiben böser Emails betreffs unseres neuen, nach drei Monaten einseitig ausgeleierten Sofas, nicht viel mehr vorzuweisen habe als stunden­langes Internetsurfen in Sachen Wulff.

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Sa

10

Mär

2012

Ruhestand. Dokumentationsroman einer moralischen Entrüstung - 4

Völker hört die Signale, steht über dem Titelfoto der Frühstückszei­tung. Kein Kampfruf ans lustige Völkchen der Rentner, Wasser­gymnastiker und Therapeuten, gegen die Ehren­sold-Entscheidung endlich auf die Straße zu gehen, sondern die banale Über­schrift zu einem für heute nun gar nicht erwartbaren Thema, wie der Plakata­gitation in Nordkorea. Ansonsten nichts zur Meldung des vorgestri­gen Tages, nicht mal eine 12-Zeilen-Notiz, auch das Feuil­leton schweigt.

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Sa

10

Mär

2012

Ruhestand. Dokumentationsroman einer moralischen Entrüstung - 3

In der Nacht träume ich, ich bin am Meer. Das reetgedeckte Hotel, in dem ich wohne, hat acht Sterne, die mich so einschüchtern, dass ich am liebsten in meiner Suite bleiben möchte. Aber der Hunger treibt mich raus. Am Frühstückbüfett steht eine blonde Frau, die mir aufmunternd zulächelt.

 

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Sa

10

Mär

2012

Ruhestand. Dokumentationsroman einer moralischen Entrüstung 1+ 2

29. Februar 2012

Aber was ist das schon gegen die Nachricht des Tages, sagt der Le­bensmensch und schaut mich erwartungsvoll an, oder hast du das noch gar nicht mitge­kriegt?

Was?

Er bekommt den Ehrensold.

Nein.

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Fr

09

Mär

2012

Ruhestand. Dokumentationsroman einer moralischen Entrüstung - 1

29. Februar 2012

Aber was ist das schon gegen die Nachricht des Tages, sagt der Le­bensmensch und schaut mich erwartungsvoll an, oder hast du das noch gar nicht mitge­kriegt?

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So

19

Mai

2013

Pfingsten

 

Pfingsten

Der heilige Geist schaut recht verdrossen,
heut wird er wieder ausgegossen.

 

Vor Unmut nahezu schon krank,
wankt tapfer er zum Kleiderschrank.
Den Schutzanzug gilt es zu finden,
- da mag der Sohn noch so viel künden -
doch Nummer 3 packt stets der Schrecken,
wenn Hinz und Kunz sich nach ihm strecken.
Deshalb greift er zum Federkleid,
der Geist ist nämlich sehr gescheid.

 

Perfekt getarnt als Täuberich,
begibt er Richtung Startplatz sich.
Der Packdienst von der Engelschar,
steht wartend schon mit Tüten da,
die sind mit Zungen vollgefüllt,
wonach der Hinz ist mächtig wild,
und auch für Kunz sind Zungen gut,
damit er besser sprechen tut.

 

Der Geist stürmt los mit Saus und Braus,
da ist bald jeder aus dem Haus.
Und in der riesgen Menschenmenge
gibt es ein fürchterlichs Gedränge.
Von jetzt auf gleich - man kann es ahnen -
säumt sie schaulustig Autobahnen.
Der Geist, er reißt die Tüten auf,
das bringt die Leut' ekstatisch drauf.
Verzückt, entrückt, es ist sehr schön,
wie alle sich aufmal verstehn.

 

Und auch am hohen Himmelsthron
haut man sich auf die Bollen schon.
Dort gibt es ebenfalls seit Stunden
gehörig viele Maibock-Runden.
Der Rest der heilgen Trinität
neugierig durch das Fernrohr späht,
und sieht: die Taub' fängt an zu eiern,
im Streß der Hermeneutik-Feiern.
Mit letzter Kraft kriegt sie die Biege
und macht dann schleunigst eine Fliege.

 

»Pooh, das war knapp« tönt es von oben,

»darob laßt uns den Geist nun loben!«
Herr Jesus Christ sprach diesen Toast,
und alle sagen artig: »Prost!«
 Keck giggelt der all-knowing Vater:
»Mensch - das gibt morgen aber'n Kater!!!«

 

Doris Brockmann

 


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Do

16

Mai

2013

Bachmannpreis 2013 – 3 /„Loneliness is a crowded room“

Hier nun folgt der dritte Text meiner Umfrage zum Thema „Kla­genfurttauglichkeit“:

 

Doris Brockmann: Umfrage: Bachmannpreis 2013

 

Loneliness is a crowded room“

Wilma Kruk trägt turbanartig gewickelte Tücher auf dem Kopf. Aus den oben offenen Tuchgebinden ragt ein wurstartiger Dutt her­aus. Das Ganze hat mich an­fangs an eine Pagode erinnert. Inzwis­chen bin ich mir aber si­cher, dass es mehr dem Deckel einer Tajine ähnelt, sowohl in der Form als auch in der Farbe. Der Dutt hat die­ses dunkle, leicht rot­stichige Braun, das man von oft gebrauchten unglasierten Tajinen kennt. Wieviel Eigenhaar in ihm steckt, ver­mag ich nicht zu sagen. Es könnte sein, dass es sich um Haarersatz handelt.

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Mi

15

Mai

2013

Bachmannpreis 2013 – 2 /„Hortlik“

Hier nun folgt der zweite Text meiner Umfrage zum Thema „Kla­genfurttauglichkeit“:

 

Doris Brockmann: Umfrage: Bachmannpreis 2013

 

Hortlik

Hortlik gehört zu den Menschen, die beim Sprechen Speichelfäd­en zwischen den Lippen ziehen. Manche Gesprächs­partner verlieren deswegen schnell die Fassung, andere hingegen meinen, dass es darauf ankomme, was einer sagt, nicht wie er es sagt.

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Di

14

Mai

2013

Bachmannpreis 2013 - 1 / Anschreiben + "Ripple-Effekt"

Vor einiger Zeit habe ich 42 Mal diesen Brief verschickt:

 

Liebe/r ...
als passionierte Fernsehstudentin der "Tage der deutsch­sprachigen Literatur" habe ich die KandidatInnenvideos zum Bachmannpreis 2012 in meinem Blog www.walk-the-lines.de vorabbesprochen und an den Twitter-Diskussionen während des laufenden Bewerbs teilgenommen.

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Di

30

Apr

2013

ORANJE! ORANJE!

Der Zeremonie erster Teil: De Abdicatie

Wer, wie die feierlustige Marijke aus Zwolle, heute morgen um 4.30 Uhr vor dem Amsterdamer Königspalast eintraf, muss sich mit der zweiten Zuschauerreihe zufrieden geben. Ich habe etwas länger geschlafen und sitze nun näher als in Reihe eins am Geschehen - lerne dafür jedoch keine feierlustigen Holländer kennen. Man kann halt nicht alles haben.

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Sa

27

Apr

2013

Noch 3x schlafen

Heute wird Prins Pilsje 46!

Dienstag wird er Koning!

Gute Gründe für ein kräftiges: Hoera, hoera, hoera!

 

Wir republikanischen Königsbetrachter geraten allmählich in Schwingung.

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Sa

20

Apr

2013

Newsticker Literaturkanon

Newsticker Literaturkanon*


Nachrichten, die die Welt (nicht) braucht, exklusiv hier, aus dem

Tickt-der-noch-ganz-richtig-Newsticker.

„Sind die denn auch frisch?“

„Unsere News sind sowas von frisch, die ticken wir raus, noch be­vor sie passiert sind!“

„Gut, dann geben Sie mir mal so ein Lügenbeutelchen.“

 

++++ „Die Leiden des jungen Werthers“: Auszubildender in der Justizvollzugsanstalt beklagt, niemand höre auf ihn. +++

 

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Do

11

Apr

2013

"Burning down the house ..."

Im letzten Sommer sagte der kleine Schornsteinfeger: „Der Kamin, an dem Ihr Ofen hängt, versottet. Den müssen Sie dämmen. Keine große Sache. Könnense auch selber machen.“ Wolltenwa aber nicht selber machen. Wir leiteten die kleine Sache weiter an einen Dach­deckermeisterbetrieb.

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Mi

03

Apr

2013

"Deutschland und die Welt"

Warum die „Deutschland-und-die-Welt“-Seite der FAZ „Deutsch­land und die Welt“ heißt, würde ich mir gerne mal von jemandem aus dem zuständigen Ressort erklären lassen. Gehört denn Deutsch­land nicht zur Welt? Und ist es nicht ein bisschen viel, was da an Erwartungen geschürt wird? Und ist es nicht ein bisschen wenig, dass einem so großen Thema mit so vielen geschürten Erwartungen nur eine einzige Seite eingeräumt wird – während das Ressort „Po­litik“ über ganze fünf (!) Seiten verfügt (müsste es nicht gerade umgekehrt sein?)

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Di

02

Apr

2013

Brockmann lehrt, wie man etwas über das Pubertät­sende in der DDR erfährt

Ich mag, was und wie Jochen Schmidt schreibt. Darum kann ich auch nicht verstehen, warum er bei der Siegerehrung im Rahmen des Bachmannpreises 2007 nicht berücksichtigt wurde. Er hatte eine herrlich schräge und melancholische Weltraumfahrergeschich­te präsentiert, die auch der Jury gefallen hatte, dann aber, als es ans Voten ging, unbeachtet blieb. Nun gut. Sein neuer Roman „Schneckenmühle“ straft die Klagen­furter Juroren Lügen. Er ist zum Reinsetzen. Obwohl. Doch dazu später.


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Fr

29

Mär

2013

Themenwoche "Ei" - 3

Newstweets r Eierköppe, die um die Ecke den­ken



++++ Walachei: Kurz vor Ostern hat in Rumänien ein kastrier­tes männliches Pferd ein Ei gelegt!!! ++++



++++ Eiter: Straßenbauarbeiter vertut sich beim Anmischen des Asphaltbelages. ++++


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Mi

27

Mär

2013

Themenwoche - "Ei" - 2

Sprache ist schon ein dolles Ding.

Das denken auch die Autoren der Gruppe „Oulipo“. Die versteht sich als eine „Werkstatt für potentielle Literatur“ (L' Ouvroir de Littérature Potentielle – 1960 von den französischen Schriftstellern Raymond Queneau und François Le Lionnais gegründet).

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Di

26

Mär

2013

Themenwoche "Ei" - 1

Ein selbstbewusstes Frühstücksei


Ein selbstbewusstes Frühstücksei,
das sprach zu mir von »Schlamperei«

und dass es sowas einfach hasse,
wenn man's im Topfe warten lasse.
Vereinbart wären fünf Minuten,
ich solle mich gefälligst sputen!

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Do

21

Mär

2013

Papapaparazzi

Kleines Glaubenbekenntnis


Ich glaube mit dem öffentlichen Interesse am Papst ist es ähnlich wie mit Kochsendungen, „Landlust“ und Königshochzeiten im Fernsehen: Man betrachtet ein Paralleluniversum.

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So

24

Feb

2013

Brockmann lehrt, wie man sich auf einem Casting erfährt

Die Agentur Eick hatte zu einem Casting für den Dortmunder „Tat­ort“ (ein bisschen auch für den aus Köln und Münster) gerufen und 1400 Castingwillige kamen.

Auch ich stand gestern Vormittag ab halb elf vor dem Dortmunder Kino „Schauburg“ und wartete darauf, gecastet zu werden. Ich dachte, so et­was muss man einfach mal gemacht haben. Außerdem gehöre ich seit Jahrzehnten zur Gemeinde der „Tatort“-Kuk­ker.

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Fr

22

Feb

2013

Schweinische Limericksche Klassenfahrt (2)

NACHTRÄGE

 

Freitag, 22. Februar 2013 um 08:33 Uhr

Beim Casting im Musikantenstadl,
Herr Silbereisn sah a feschs Madl,
as woit´s hoasse Eisn ned ofassen,
jetzt hoggt´s beim Discounta an da Kassn
und grämt si statt im Stadl im Ladl.

(Liabe Bayern, i weiß, es mua „Ladn“ hoassen - aba da is ja gar ned gemeint! Gemeint ist, was wir aus Schleichwerbungsverbotsgründen auf den Seiten dieses öffentlich-rechtlich einwandfreichen Blogs nicht nennen dürfen.)

 

 

Freitag, 22. Februar 2013 um 18:00 Uhr 

Zu Bayreuth Frau Salomé dachte,
die Peitsche, die Nietzsche mir brachte,
die probier ich jetzt aus,
Richard komm da mal raus,
koa Angst, ich schlag Dich nur ganz sachte.

 

 

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Do

21

Feb

2013

Schweinische limericksche Klassenfahrt

Unter der Überschrift „Auf besonderen Wunsch eines einzelnen Herrn“ rief gestern die Frau Bogdan zu einer Schweinkram-Lime­rick-Challenge“ in ihrem Blog auf.

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Mo

11

Feb

2013

Newsticker Rosenmontag

Newsticker Rosenmontag


 Nachrichten, die die Welt (nicht) braucht, exklusiv hier, aus dem

Tickt-der-noch-ganz-richtig-Newsticker.

„Sind die denn auch frisch?“

„Unsere News sind sowas von frisch, die ticken wir raus, noch be­vor sie passiert sind!“

„Gut, dann geben Sie mir mal so ein Lügenbeutelchen.“

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Di

05

Feb

2013

"Brockmann lehrt, wie man" ... entschleiert

Endlich!!!

Brüderle bricht sein Schweigen!!!

Exklusiv in dieser Vorlesung!

 

Für mich ist es nicht immer angenehm, 67 Jahre alt zu sein, ein Mann und ein Vollblutpolitiker. Das liegt an den Frauen.

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Fr

25

Jan

2013

"Brockmann lehrt, wie man" ... schavanert

Liebe Frau Schavan,

ich heiße Jolina Czybulski und gehe in die 10b der Vico-von-Bülow-Gesamtschule in Selfkant-Havert.

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Do

17

Jan

2013

Kurze Geschichten - "Umschweife"

Um von A nach B zu kommen, geht Wrobel über C. Der Umweg ist ein Gewölk von Verästelungen und zieht Zeit. Die ist ein kostbares Gut und gehört in die Welt des Luxus´.

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Mi

16

Jan

2013

"50 Shades of Fiction" - 1

"Es ist immer interessant, Europäer der Stille zu überlassen. Für sie ist sie eine Leere, in der die Spannung steigt und ins Ungewisse wächst."

 

"Ich habe bei Menschen nie an Kälte geglaubt. An Verkrampfung schon, aber nicht an Kälte. Das Wesen des Lebens ist Wärme. Selbst Hass ist gegen ihre natürliche Richtung gekehrte Wärme."

(Peter Høeg: Fräulein Smillas Gespür für Schnee: Roman. Übersetzung: Monika Wesemann, Hamburg, 2004)

 


Ékriture hat zum Mitmachprojekt "50 Shades of Fiction" eingeladen.

Gerne folge ich ihr und starte heute mit einem - tagesmetereologisch höchst  aktuellen -  Motiv zu Peter Høegs Fräulein Smillas Gespür für Schnee.

 

Über das Jahr verteilt werden in unregelmäßigen Abständen weitere Fotomotive nebst Zitat oder Kurzkommentar zu den ausgewählten 50 Buchtiteln hier als Blogeintrag erscheinen.

 



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So

06

Jan

2013

"Brockmann lehrt, wie man" ... sich erleichtert

Jahresanfang ist die Hochzeit der guten Vorsätze. Neubeginn auf al­len Ebenen. Der alte Adam soll abgestreift werden, ein neuer Mensch entstehen, wenn möglich gleich ein ganz ein neuer.

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Mi

26

Dez

2012

"Brockmann lehrt, wie man" ... beschert

Was das Bescheren von anderen Gabenübergaben unterscheidet, sind das Datum und das ganze Bohei, das um dieses Datum ge­macht wird.

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So

16

Dez

2012

"Brockmann lehrt, wie man" ... sich falsch wehrt

Es ist richtig und wichtig, dass ernstzunehmende Zeitungen Partei ergreifen für den guten alten Suhrkamp Verlag. Es ist konsequent, nicht hinnehmen zu wollen, wie jener traditionsreiche literarische Feinkostladen, mit dessen Spezialitäten man intellektuell erwach­sen geworden ist, juristisch zerbröselt und den Handlungsgesetzen einer Supermarktkette unterstellt wird. Man kann dies im Tonfall der Entrüstung tun, kämpferisch, ironisch, kritisch-solidarisch, nüchtern oder polemisch – je vielfältiger desto eindrücklicher.

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Sa

08

Dez

2012

"Brockmann lehrt, wie man" ... Schnee kehrt

Übertriebene Höflichkeit ist eine der lästigsten Erscheinungen, wenn es darum geht, Frühschnee zu entsorgen.

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So

02

Dez

2012

"Brockmann lehrt, wie man" ... stört

Heute sprechen wir über ...

Tock-tock-tock (an der Hörsaaltür)

Herein, wenn´s kein Schneider ist.

Guten Tag. Verzeihen Sie bitte die Störung. Mein Zug hatte Ver­spätung.

Kommen Sie herein. Nehmen Sie Platz. Sie haben noch nichts verpasst. Unser Zug rollt gerade erst los.

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Sa

24

Nov

2012

"Brockmann lehrt, wie man" ... salbadert

Neuesten Erkenntnissen zufolge meint der überwiegende Teil der Weltbevölkerung „salbadern“ bedeute, „ein Salzbad nehmen“. Ca. soundsoviel Prozent davon, sind der Überzeugung, es handele sich um ein Bad in Salzsäure, der Begriff stamme aus der Kriminalistik und bezeichne eine effiziente Tötungs- bzw. Leichen­entsorgungsart im Sinne des Ideals eines perfekten Verbrechens. Die Befragten ga­ben an, in den von ihnen gesehenen Fernsehserien über einen Ge­richtsmediziner resp. eine Gerichtsmedizinerin mindestens dreimal den Satz „Verdacht auf Salbadern“ bzw. „su­spicion of salbadering“ gehört zu haben.

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Mi

14

Nov

2012

"Brockmann lehrt, wie man" ... Tilman Rammstedt erhört

Sehr geehrter Herr Rammstedt,

you know, I was born in Idar-Oberstein, this sleepy little town of jewels and soldiers. So I´m able zu sprechen Ihre Sprache und zu lesen Ihren Roman Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters.

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Sa

10

Nov

2012

"Brockmann lehrt, wie man" ... mehr "verzehrt"

Wer Ohren hat, soll hören, wer Geld hat, soll´s verzehren.“

Also sprach der Dichterfürst und hinterließ uns mit dem Spruch wieder einmal mehr als nur einen donnernden Stammtisch-Zwei­zeiler. Eine gut geeignete Vorlage, um über Zweckbestimm­ung, Großzügigkeit, Ignoranz und Geiz erklecklich zu räsonnieren. Das wollen wir aber nicht tun.

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Di

30

Okt

2012

"Brockmann lehrt, wie man" ... sich über Halloween ärgert

Früher war alles besser. Denn einmal nur im Jahr kam ein buntes Trüppchen vorbei, meist kleine lachende Menschen, die etwas ver­legen und etwas verwegen sangen: „Bin ein kleiner König, gib mir nicht zu wenig!“ Man füllte ihnen ein paar Süßigkeiten in die Ta­schen, schon liefen sie kichernd davon.

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Mo

22

Okt

2012

"Brockmann lehrt, wie man" ... Sinn entleert (1)

Bald ist es wieder soweit: Die Bischöfe werden die Sinnentleerung des Weihnachtsfestes beklagen.

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Mi

10

Okt

2012

"Brockmann lehrt, wie man" ... sich verfährt

Ja, wir leben in schnellen Zeiten. Und es scheint, sie werden immer schneller. Um das ein wenig verstehen zu können, hat uns Paul Vi­rilio den schönen Ausdruck „Dromologie“ geschenkt. Mithilfe die­ses Begriffs, der nicht so sehr mit Dromedaren als vielmehr mit Rennbahnen zu tun hat, können wir erkennen, dass nicht allein Macht, Geld, Klassen, Religionen und sonstwas gesellschaftliche und historische Prozesse vorantreiben, sondern auch und gerade: die Geschwindigkeit.

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Do

04

Okt

2012

"Brockmann lehrt, wie man" ... als Hirschrufer röhrt

Herbstzeit ist des Jägers Zeit und auch die des brünftigen Hirschen. Nie habe ich verstanden, dass gerade zu dem Zeitpunkt, wenn der Hirsch in Paarungslaune gerät, die Jagd auf ihn beginnt. Aber egal. Ich bin keine Jägerin und kann also den tieferen Sinn nicht verste­hen.

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Di

02

Okt

2012

"Brockmann lehrt, wie man" ... wird ein Nerd

Vorwort

Mein Großvater eröffnete die erste Fahrschule in Paderborn. Ich habe ihn nicht persönlich kennengelernt, denn er starb sehr früh. Ich habe auch nicht das Autofahr-Gen von ihm geerbt, denn ich fahre ungern, langsam und ängstlich.

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Mo

24

Sep

2012

Jenseits des Großburgwedels - 12

Kapitel 16 heißt: „Die Zukunft“. Es ist das letzte und treibt mich zu der Überlegung, ob ich das L lieber groß schreiben sollte.

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Sa

22

Sep

2012

Jenseits des Großburgwedels - 11

Welchen Anteil hat eigentlich Mit-, Co- oder wie-auch-immer-Au­torin Nicole Maibaum an dem Bestseller „Jenseits des Protokolls“?

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Fr

21

Sep

2012

Heute wegen Familienfeierlichkeiten geschlossen

Am Wochenende geht´s weiter.

Dann kommt das Finale oh-ho-ho-ho!!!

 

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Do

20

Sep

2012

Jenseits des Großburgwedels - 10

Seit gut einer Woche ist "Jenseits des Protokolls" auf dem Markt. Letzte Nacht gab es die 1000. "Rezension" auf der Amazon-Seite: "wow...bin ich jetzt der 1000. hier? cool...kenn das Buch net - will ich auch net...gähn!“, sagt ein Kai Doelling und vergibt vor lauter Begeisterung gleich fünf Sterne. Aber die machen den Kohl auch nicht fett. Die Gesamtbilanz fällt weiterhin so aus, wie keine Auto­rin sie gerne hätte.

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Mi

19

Sep

2012

Jenseits des Großburgwedels - 9

Eigenartigerweise folgt das Kapitel über „Die Kinder“ von Frau Wulff nicht im Anschluss an das Kapitel über „Die Beziehung“, dem es inhaltlich entspräche, sondern erst ein Kapitel später, nach dem „Charity“-Kapitel. Ich glaube, der Grund hierfür liegt in dem, was anschließend folgt, und das ist die Auseinandersetzung mit den zentralen Themen, ausgehend von „Die Vorwürfe“ bis hin zu „Der Rücktritt“.

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Di

18

Sep

2012

Jenseits des Großburgwedels - 8

Liebe Empörte, Entrüstete, Lehmschmeißende! Es gibt doch so vie­le schöne Orte im Internet, wo man sich austauschen kann. Warum nennt ihr es „Kundenrezension“, wenn ihr nur einfach mal über Frau Wulff ablästern wollt? Wo nehmt ihr den Mut her, euch öffent­lich zu einem Buch zu äußern, über das ihr frei von Scham hinaus­posaunt: „Ich habe dieses Buch weder gekauft noch gelesen.“?

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Mo

17

Sep

2012

Jenseits des Großburgwedels - 7

Eile ist geboten. Der (vermeintliche?) Bestseller entpuppt sich mehr und mehr als Shortseller.

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So

16

Sep

2012

Jenseits des Großburgwedels - 6

Die Freunde“ im Kapitel 6 sind eigentlich „Die Freundinnen“. Denn abgesehen von Andreas („Er und ich sind ein Beispiel dafür, dass Männer und Frauen tatsächlich Freunde sein können.“) erfah­ren wir in diesem Kapitel ausschließlich etwas über Frau Wulffs beste Freundinnen, Josefine und Stephanie, mit denen sie seit der Schulzeit befreundet ist.

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Sa

15

Sep

2012

Jenseits des Großburgwedels - 5

Gerne wüsste ich, ob im Hause Wulff mal erwogen wurde, dass die Entscheidung von Frau Merkel, Christian Wulff für das Amt des Bundespräsidenten vorzuschlagen, eine Art Wegloben hätte sein können, ein feiner Schachzug von Frau Merkel, mit dem sie einen ernst zu nehmenden Kanzlerkandidaten rechtzeitig aufs Abstellgleis stellen wollte.

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Fr

14

Sep

2012

Jenseits des Großburgwedels - 4

Bevor es weitergeht im Text, werfen wir einen kurzen Blick in die Ranking-Agentur Amazon (Stand: 8:43 Uhr).

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Do

13

Sep

2012

Jenseits des Großburgwedels - 3

„Jenseits des Protokolls“ enthält weder Fotos noch ein Personen-, Sachwörter- oder Ortsverzeichnis. Auch findet sich kein Untertitel, der uns verraten könnte, mit welchem Genre wir es bei diesem Buch zu tun haben. Ist es ein Roman, ein Protokoll, eine (Auto-) Biographie, eine Tagebuchsammlung? Auf der Buchrückseite ver­steckt sich ein einziger Hinweis: Es ist „ein überaus offenes Buch“.

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Mi

12

Sep

2012

Jenseits des Großburgwedels - 2

Um 8.45 Uhr hat das Buch „Jenseits des Protokolls“, das heute er­scheint, auf der Amazon-Seite bereits 119 Kundenrezensionen und kommt in der Gesamtwertung auf anderthalb Sterne.

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Di

11

Sep

2012

Jenseits des Großburgwedels - 1

Erst sollte es am 9. November erscheinen. Dann wurde seine Veröffentlichung auf den 12. September vorgezogen. Tatsächlich aber konnte man schon letzten Samstag einige Exemplare auf den Büchertischen von Buchhandelskettenfilialen finden. Und heute, am 11. September, sehe ich es bei Amazon bereits mit einer Kundenrezension versehen und dreimal als "gebraucht" im Angebot für 15,99 Euro (statt 19,99 Euro).

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So

02

Sep

2012

Kuranstalt - Dokumentationsroman einer Maßnahme - 15

Als Zigarren noch Herzen retten konnten
Als Zigarren noch Herzen retten konnten
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Fr

31

Aug

2012

Intermezzo mit Foto - 1

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Sa

25

Aug

2012

Kuranstalt - Dokumentationsroman einer Maßnahme - 14

Und Tschüss


Der deutsche Melting Pot ist im Laufe der letzten Woche bis zur Unerkennbarkeit geschrumpft. Ich bleibe übrig.

Nein, wir haben uns nicht zerstritten. Alles gut. Nur gilt im Kurver­lauf nicht die Maxime, dass die Ersten die Letzten sein werden. Hier hält man sich streng an das Zeitreglement, demzufolge die Ersten die Ersten und die Letzten die Letzten sein werden – wenn´s ans Abreisen geht. Und ich war als Letzte von uns angereist.

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Mo

20

Aug

2012

Kuranstalt - Dokumentationsroman einer Maßnahme - 13

Mitpatienten II


Es gibt Mitpatienten, die stöhnen ständig. Und zwar nicht nur, wenn sie bei trockengymnastischen Übungen neben einem auf der Matte liegen, sondern auch schon bevor die Übungen losgehen, wenn wir draußen im Gang auf unsere Vorturnerin warten.

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Fr

17

Aug

2012

Kuranstalt - Dokumentationsroman einer Maßnahme - 12

Wanne


„Total toll. Ich geh da richtig ab!“ hatte Markus, mein anfänglicher Tischnachbar kurz vor seiner Abreise über die „Aquaschmerz,-stress Therapie“ geschwärmt. Mehr, als dass man mit Kopfhörern im Wasser schwebt und vor lauter Entspannung „richtig abgeht“, war von ihm über diese seltsame Therapie nicht zu erfahren gewe­sen.

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Mo

13

Aug

2012

Kuranstalt - Dokumentationsroman einer Maßnahme - 11

Mitpatienten I


Ich fürchte, neben mir wohnt eine Frau mit Tourette-Syndrom. Pha­senweise ruckelt und klopft es in Zimmer 1224 recht stark, als haue jemand mit Armen und Beinen an die Wand und auf den Boden und alles andere, was bei 3 nicht auf den Bäumen ist.

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Do

09

Aug

2012

Kuranstalt - Dokumentationsroman einer Maßnahme - 10

Quäker II

 

Zuerst der Friedhof, dann das Versammlungshaus. Mit dieser unge­wöhnlichen Reihenfolge einer Ansiedlung beginnt die Geschichte der Quäker in Bad Pyrmont.

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Sa

04

Aug

2012

Kuranstalt. Dokumentationsroman einer Maßnahme - 9

Quäker I


Quäker kenne ich nur aus Sonntagnachmittagsfilmen. Zum Beispiel aus dem Bürgerkriegsdrama „Lockende Versuchung“ mit Gary Cooper.

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Sa

28

Jul

2012

Kuranstalt. Dokumentationsroman einer Maßnahme - 8

En la piscina


Die Benutzung des Kurklinik-Schwimmbades ist nur mit ärztlicher Erlaubnis möglich und heißt dann „Freies Bewegen/Üben im Schwimmbad“. Wenn ich mit dem Plazet meiner Frau Dr. Kro­kowski ins Wasserbecken steige, um mich dort frei zu bewegen, stoße ich in neun von zehn Fällen auf folgende Arten von Freibe­wegern:

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Mi

25

Jul

2012

Kuranstalt. Dokumentationsroman einer Maßnahme - 7

Jugendherberge


Wie die Klebeband-Aktion gelaufen sei, frage ich Anna beim Früh­stück. Die winkt ab, weist mit dem Kopf Richtung Fens­terseite und sagt: „Die da hinten hat uns verraten. Die hat ihm ´ne SMS ge­schickt und ihn gewarnt. Wie blöd muss man sein, wenn man kei­nen Spaß versteht! Aber die ist in den verliebt, obwohl der so eine nette Frau hat. Das geht doch gaar nicht.“

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Mo

23

Jul

2012

Kuranstalt. Dokumentationsroman einer Maßnahme - 6

Tisch und Tonne


Wenn unsere Tischbesatzung komplett angetreten ist, sitzen vier Frauen und zwei Männer am Tisch. Die drei Geschlechtsgenossin­nen habe ich erst beim Dinner kennengelernt, da sie, als ich hier mittags an den Start gegangen bin, bereits auf- bzw. fertiggegessen hatten.

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So

22

Jul

2012

Kuranstalt. Dokumentationsroman einer Maßnahme - 5

Alternativen

 

Die Erstuntersuchung führt eine kleine schwarzhaarige Ärztin durch, die verschmitzt aus blitzenden Äuglein lacht und einen rus­sischen Akzent hat. Ich soll ihr alles über meine Schmerzen undso­weiter undsofort erzählen.

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Fr

20

Jul

2012

Kuranstalt. Dokumentationsroman einer Maßnahme - 4

Hallo


Als ich die Kurklinik betrete, sind sämtliche Gäste beim Mittages­sen (und nicht in der Liegekur wie bei Herrn Castorps Eintreffen am Zauberberg). Aus dem links vom Haupteingang liegenden Speisesaal strömt ein Gesurre und Gewimmel auf mich ein. Ganz schön viele Stimmen und Gestalten für eine/n hermit.

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Do

19

Jul

2012

Kuranstalt. Dokumentationsroman einer Maßnahme - 3

Fahrt


Im Unterschied zu der Strecke, die Hans Castorp zurücklegen musste, um zum angezielten Sanatorium zu gelangen, ist meine we­der weit noch „geht (es) durch mehrerer Herren Länder, bergauf und bergab.“ Dafür geht es nach gut einer Stunde Fahrt mit der NordWestBahn durch mehrere Dortmunds: DortmundBövinghau­sen, DortmundLütkendortmundNord, DortmundMarten, Dort­mundRahm, DortmundHuckardeNord, dass ich mich bald ernsthaft frage, ob wir je ein DortmundHauptbahnhof erreichen werden. Ach, tatsächlich, da ist es ja: Alle Fahrgäste bitte aussteigen, der Zug endet hier.

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Mi

18

Jul

2012

Kuranstalt. Dokumentationsroman einer Maßnahme - 2

Fort - Da


Es gibt solche, die sind im Reisen zuhause, und solche, die sind im Zuhause zuhause. Ich bin irgendwo dazwischen. Auf einer Skala von 1 (Zuhause) bis 10 (Reisen) liege ich ungefähr bei 4-5, vielleicht sogar bei 3-4. Tendenz steigend, d.h. fallend.

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Di

17

Jul

2012

Kuranstalt. Dokumentationsroman einer Maßnahme -1

Kur – Reha


Ich fahr zur Kur.

Genau genommen tu ich das aber nicht. Denn es heißt nicht mehr Kur, sondern “stationäre Leistung zur medizinischen Rehabilitati­on“ – so wie Raider jetzt Twix heißt. Und obwohl mich die versi­cherungsdeutsch correct Speakers ständig korrigieren, mag ich ein­fach nicht Reha sagen. Ich bleibe bei Raider!
Vielleicht zeigt sich daran, dass ich tatsächlich älter bin, als ich im­mer dachte, aber man kann doch nicht jeden neumodischen Quatsch mitmachen.

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Di

10

Jul

2012

Bachmannpreis - 12 / Wuff-Wuff-Wuff

Herr Anton will wissen, warum in dem Text da hinten kein Hund vorkommt.
Herr Anton will wissen, warum in dem Text da hinten kein Hund vorkommt.

  ... hier folgt die Fortsetzung.


In dem Text von Hugo Ramnek kommt zwar kein Hund vor, dafür aber unaufhörlich eine Echse und viel, nach Meinung von Frau St­rigl, zu viel symbolisch aufgeladene Sexualität: „Das ist hier der Hund – der innere Hund ist hier die Kellerechse.“

 

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So

08

Jul

2012

Bachmannpreis - 11 / Wuff-Wuff

Herr Anton will wissen, warum in dem Text da hinten kein Hund vorkommt.
Herr Anton will wissen, warum in dem Text da hinten kein Hund vorkommt.

Unglaublich, dachte ich und schaute zu Herrn Anton neben mir. Der guckte, als wäre es das Selbstverständliche auf der Welt: „Der Hund von Saloniki“ lautete der Titel von Stefan Mosters Geschichte. Herr Anton drehte sich zur Seite und schnaufte zufrieden. Am Tag zuvor hatte er noch rumgenörgelt: „Wenn wieder keine Hunde vorkom­men, klink ich mich aus.“ Und nun kam nicht nur einer im Titel vor, es traten gleich mehrere verschiedene auf.

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Sa

07

Jul

2012

Bachmannpreis 2012 - 10 / Wuff

Herr Anton will wissen, warum in dem Text da hinten kein Hund vorkommt.
Herr Anton will wissen, warum in dem Text da hinten kein Hund vorkommt.
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Mi

04

Jul

2012

Bachmannpreis - 9 / Stuben aller Art (Nawrat, Stichmann)

Also eigentlich mag ich gerne Bier. Ich glaube, weil ich in einer Bierstadt sozialisiert wurde“, sagt Matthias Nawrat zur Begrüßung. Er schaut dabei immer so in die Videokamera, als mache er die Aufnahme in Eigenregie – selpamachen! –, so, als sei das alles hier einfach mal so dahin improvisiert. Er schaut aber auch so, als säße unsereins mit am Tisch, direkt vis-à-vis, oder gar als sei man diese Videokamera.

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Mo

02

Jul

2012

Bachmannpreis 2012 - 8 / Stuben aller Art (Martynova, Moster)

Das ist vielleicht das wichtigste Zimmer“, höre ich Olga Marty­nova sagen und klatsche in die Hände. So direkt hat sich noch kei­ne(r) der AutorInnen in meinen Themenrahmen „Stube“ eingefügt. Doch es gibt ein Problem: Die anschließenden Aussagen passen ir­gendwie nicht dazu. Ich schaue mir die Stelle im Videoporträt ein weiteres Mal an. Wieder höre ich „Zimmer“. Hin und her und her und hin: Ich beschließe, nicht „Zimmer“, sondern „Thema“ zu hö­ren. Ja, das passt. Eigentlich schade.

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Mi

27

Jun

2012

Bachmannpreis 2012 - 7 / Stuben aller Art (Federmair, Travnicek)

Japanische Zithermusik, ein japanischer Garten mit kleinen Pavillons (sieht der eine nicht wie ein Teehaus aus?), - was läge für das Videoporträt über den gebürtigen Österreicher Leopold Federmair, der seit zehn Jahren in Japan lebt und schreibt, näher, als ihn im lautlos-beschaulichen Inneren einer Teestube zu zeigen?

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Mo

25

Jun

2012

Bachmannpreis 2012 - 6 / Stuben aller Art (Feimer, Froehling)

In eine Art bühnenhafte Puppenstube entführt uns die österreichi­sche Theatermacherin Isabella Feimer. Wir sehen Szenen eines (des?) Kammerspiels zwischen einem Mann und einer Frau. Die Szenen sind in schwarz-weiß gefilmt und stumm geschaltet. Nach jeder Szene wird für einen Moment Frau Feimer in Farbe einge­blendet, die jeweils ein Wort sagt, das wie eine Überschrift über der gezeigten Szene stehen könnte.

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Fr

22

Jun

2012

Bachmannpreis - 5 / Stuben aller Art (Richner, Ramnek)

I can see you in the morning when you go to school“, schallt es aus dem Lautsprecher. Man sieht aber niemanden zur Schule gehen, sondern jemanden bereits in der Schulstube stehen. Es ist eine junge Frau, die gerade das Wort „Randnotizen“ an die Tafel schreibt. Als diese Frau geboren wurde, war der „School“-Song von Supertramp schon vierzehn Jahre alt. Die Frau heißt Mirjam Richner und ist die jüngste Teilnehmerin (24) beim diesjährigen Bachmannpreis-Wettbewerb.

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Mi

20

Jun

2012

Bachmannpreis 2012 - 4 / Stuben aller Art (Mahlke, Senkel)

Inger-Maria Mahlke nimmt uns mit auf einen leerstehenden Dach­boden. Dort lässt sie campinofarbene Flummis über den Holzboden hüpfen und rollen. Danach wäscht sie die Flummis ausgiebig in Seifenlauge, um sie anschließend so tief wie

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Mo

18

Jun

2012

Bachmannpreis 2012 - 3 / Stuben aller Art (Hassinger, Kränzler)

Die Videoporträts der KandidatInnen sind online. Und was fällt auf? Ein Großteil von ihnen hat beruflich mit Übersetzungen oder mit dem Theater (schreibend, inszenierend, unterrichtend) zu tun.

Es fällt aber noch etwas auf: Alle haben in irgendeiner Form mit ei­ner Stube zu tun.

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Sa

16

Jun

2012

Bachmannpreis 2012 - 2 / Warmlaufen mit Statistik

Hoodies an und ab vor die Rechner!

Wir laufen uns jetzt ein bisschen warm für das Extreme-Zuhöring und -Zuschauing beim großen Klagenfurter Wettlesen. Helfen sol­len uns dabei ein paar nüchterne, kalte Zahlen:

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Do

14

Jun

2012

Bachmannpreis 2012 - 1 / Vorglühen, nein danke?

Tja, seit dem 15. Mai ist die KandidatInnen-Liste für den Bewerb in Klagenfurt bekannt. Und ich werde schon ganz nervös. Aber nicht wegen des Bewerbs selbst, sondern wegen der ungewohnten Ruhe im Vorfeld.

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Sa

09

Jun

2012

INTERMEZZO: Figurella-Ladies-Fit - 2

Der Trainingstag heute steht ganz im Zeichen von Gelis Abschiedsvorstellung im „Figurella-Ladies-Fit“. Beim letzten Mal hat sie sich tadellos benommen, artig und fehler­frei die Übungen absolviert und die dargebotenen Tätowierun­gen ausgesprochen diskret studiert. Darum mache ich mir heute keine großen Sorgen, dass sie durch etwaige Taktlo­sigkeiten mein Ansehen beschädigen und mich, die ich hier vertragsmäßig noch einige Monate turnen muss, als Ausge­stoßene zurücklassen könnte.

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Do

31

Mai

2012

INTERMEZZO: Figurella-Ladies-Fit - 1

 Ich lasse mir ungern etwas einreden – am allerungernsten von Frau­enzeitschriften. Dass ich den Flyer vom „Figurella-Ladies-Fit“ nicht sofort in die Papiertonne geworfen habe, steht also in keinem Zusammenhang mit den aktuel­len Titelthemen von „Brigitte“, „freundin“, etc., sondern ge­schah aus freiem Willen. Der hatte mich urplötzlich ermuntert, mir und meinem Körper eine Freude zu ma­chen. Danke freier Wille, sage ich, vielleicht passt dann am Ende sogar noch das lavendelfar­bene Leinenkleid, das ich mir letztes Jahr bestellt, aber leider noch nie getragen habe.

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Fr

11

Mai

2012

Ruhestand-Pause

Der Fortsetzungsroman "Ruhestand" ist in die Warteschleife gelegt worden, weil zwei andere "Walk-the-lines-Aktionen"  dringlich drängen.

Worum es dabei geht, darf ich noch nicht verraten.

Pssst.

 

 

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Mo

23

Apr

2012

Ruhestand. Dokumentationsroman einer moralischen Entrüstung - 14

10. März 2012

Hast du immer noch Rücken? Der Lebensmensch nickt und presst wie zur Bestätigung die Hand auf die Lende. Aber es ist doch Wo­chenende. Was soll das denn heißen? Na, dass jetzt Ruhe herrscht und kein Stress. Da fragt doch der Hexenschuss nicht nach, der hat kein Wochenende. Ach so, ja dann. Es ist nicht immer alles psy­chisch, ich habe einen Hexenschuss, einen ganz normalen Hexen­schuss. Normal? Ja, normal wie jede andere Krankheit, die kommt und geht und in die man nicht etwas hineingeheimnissen muss.

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Mi

11

Apr

2012

Ruhestand. Dokumentationsroman einer moralischen Entrüstung - 13

9. März 2012

Sie hat die Haare ab, sie hat die Haare ab, sie hat die Haare ab,
sie hat die Haare ab! Olé, olé-olé-olé! Bettina Wulff hat eine neue Frisur – das ist eine der am häufigsten vermeldeten Nachrichten zum Ereignis des gestrigen Zapfenstreiches. Frau Wulff hat sich den al­ten Zopf abgeschnitten und tut damit kund, dass sie, was war, hin­ter sich lässt: Cut! Und auf zu neuen Ufern!

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So

08

Apr

2012

Ruhestand. Dokumentationsroman einer moralischen Entrüstung - 12

Kaffeekränzchen à deux. In Ruhe Geschenke und Glückwunschkar­ten betrachten. Fröhliche Zufriedenheit mit einem Hauch kaum an­zumerkender Enttäuschung. Der türkische Teekuchen erhält 10 Punkte. Fröhliche Zufriedenheit auch auf Seiten der Kuchenbäcke­rin. Kurz überlege ich, ob ich zur morgendlichen Pullover-Affäre noch etwas Zurechtrückendes anmerken sollte. Nein, besser nicht, denke ich und bin froh, dass der Lebensmensch jemand ist, der Üb­les nicht nachträgt. Im Gegensatz zu mir. Der Telefonreigen be­ginnt, der Hund und ich ziehen uns diskret zurück. Er macht die große Gartentour, bei der mög­lichst jeder Strauch markiert werden muss, und ich packe meine Schwimmsachen zusammen.

 

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Fr

30

Mär

2012

Ruhestand. Dokumentationsroman einer moralischen Entrüstung - 11

8. März 2012

Geburtstagsständchen. Geschenkübergabe. Wohlgefallen. Und die Sonne scheint dazu. Kleines Frühstück. Albernheiten. Blick auf die Uhr. Ernst des Lebens. Und dann das.

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Sa

24

Mär

2012

Ruhestand. Dokumentationsroman einer moralischen Entrüstung - 10

7. März 2012

Die Ente übt tapfer den aufrechten Gang. Ich schiebe trotzdem noch­mal für sie die Garagentür hoch und fahr den Wagen vor. Der Hund rennt mit einem Socken im Maul durch die Küche und schüt­telt ihn in Höchstgeschwindigkeit. Ich lass mich von der Machtde­monstration nicht weiter beeindrucken, räume den Frühstückstisch ab und hole mir aus dem Kühlschrank, was ich zum Backen des Geburtstagskuchens brauche. Schon wird die Schüttelei eingestellt, der Hund bezieht Posten vor dem geöffneten Kühlschrank und war­tet auf ein Wunder, das Wunder eines plötzlichen Wurst- und Käse­regens.

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Mi

21

Mär

2012

Ruhestand. Dokumentationsroman einer moralischen Entrüstung - 9

6. März 2012

Gewappnet mit seinem tiefenwärmenden Rückengürtel watschelt der Pflichtbewusste in den Flur und bindet sich unter leisem Weh- und-Ach-Gestöhn die Schnürsenkel zu. Bemuttern hin oder her, ich schiebe ihm das Garagentor hoch und fahr schon mal den Wagen vor. Das wird wieder, sage ich aufmunternd, als ich der Ente den Schlüssel übergebe. Du hast gut reden, antwortet die Ente und quält sich hinters Lenkrad.

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Sa

17

Mär

2012

Ruhestand. Dokumentationsroman einer moralischen Entrüstung - 8

Der Altkanzler Helmut Schmidt (94) sagt heute in der Bildzeitung, Christian Wulff (52) sei schon als Ministerpräsident von Nieder­sachsen zu jung gewesen und für das höchste Amt im Staate ganze zehn Jahre zu jung. Ich finde diese Aussage problematisch, weil sie uns Fünfzigjährige, die wir trotz unseres jungen Alters durchaus schon etwas auf die Reihe kriegen, allesamt diskreditiert und dis­kriminiert. Wäre ich die Bildzeitungsreporterin gewesen, ich hätte dem Nestor der deutschen Nachkriegssozialdemokratie widerspro­chen. Ich bin aber keine Bildzeitungsreporterin, und als ich mir das sage, durchflutet mich sogleich ein Glücksgefühl. Ein Glücksge­fühl, das so stark ist, dass es meinen Ärger über die diskriminieren­de Aussage fast vollständig wegspült

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Do

15

Mär

2012

Ruhestand. Dokumentationsroman einer moralischen Entrüstung - 7

5. März 2012

Offen gestanden, fällt es mir schwer, die aktuellen Meldungen, For­derungen, Empörungen und Meinungen, die sich am Wochenan­fang allein im Internet vor mir auftürmen, wahrzunehmen, ge­schweige denn auszuwerten. Die Politiker treten, pragmatisch, wie Politiker zu sein haben, mit ganz unterschiedlichen Ehrensold-Lö­sungsmodellen hervor. Es kommt also etwas Kon­struktives in die Debatte als immer nur Wut, Häme, Missgunst und Niedertracht.

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Mo

12

Mär

2012

Ruhestand. Dokumentationsroman einer moralischen Entrüstung - 6

3. März 2012

Heute will ich mich einmal nicht mit der Causa Wulff beschäfti­gen. Es ist Samstag und der Frühling prescht vor. Nun bloß keine finsteren Gedan­ken!

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So

11

Mär

2012

Ruhestand. Dokumentationsroman einer moralischen Entrüstung - 5

Als der Lebensmensch vom Tagewerk zurückkommt und Wochen­ende! ruft, zucke ich zusammen, weil ich ich an Tagewerk, neben ein paar dringenden Haushaltsverrichtungen und dem Schreiben böser Emails betreffs unseres neuen, nach drei Monaten einseitig ausgeleierten Sofas, nicht viel mehr vorzuweisen habe als stunden­langes Internetsurfen in Sachen Wulff.

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Sa

10

Mär

2012

Ruhestand. Dokumentationsroman einer moralischen Entrüstung - 4

Völker hört die Signale, steht über dem Titelfoto der Frühstückszei­tung. Kein Kampfruf ans lustige Völkchen der Rentner, Wasser­gymnastiker und Therapeuten, gegen die Ehren­sold-Entscheidung endlich auf die Straße zu gehen, sondern die banale Über­schrift zu einem für heute nun gar nicht erwartbaren Thema, wie der Plakata­gitation in Nordkorea. Ansonsten nichts zur Meldung des vorgestri­gen Tages, nicht mal eine 12-Zeilen-Notiz, auch das Feuil­leton schweigt.

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Sa

10

Mär

2012

Ruhestand. Dokumentationsroman einer moralischen Entrüstung - 3

In der Nacht träume ich, ich bin am Meer. Das reetgedeckte Hotel, in dem ich wohne, hat acht Sterne, die mich so einschüchtern, dass ich am liebsten in meiner Suite bleiben möchte. Aber der Hunger treibt mich raus. Am Frühstückbüfett steht eine blonde Frau, die mir aufmunternd zulächelt.

 

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Sa

10

Mär

2012

Ruhestand. Dokumentationsroman einer moralischen Entrüstung 1+ 2

29. Februar 2012

Aber was ist das schon gegen die Nachricht des Tages, sagt der Le­bensmensch und schaut mich erwartungsvoll an, oder hast du das noch gar nicht mitge­kriegt?

Was?

Er bekommt den Ehrensold.

Nein.

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Fr

09

Mär

2012

Ruhestand. Dokumentationsroman einer moralischen Entrüstung - 1

29. Februar 2012

Aber was ist das schon gegen die Nachricht des Tages, sagt der Le­bensmensch und schaut mich erwartungsvoll an, oder hast du das noch gar nicht mitge­kriegt?

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Never forget lesson no. 1
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