Great again war die Verwunderung, als Donald Trump im September die britische Königsfamilie erneut heimsuchte. War das nur „der größte zeremonielle Empfang für einen Staatsbesuch“, wie die britische Regierung behauptete, oder war das mehr? Es war mehr. Es war ein Blockpraktikum, das Trump im Rahmen des Volkshochschul-Studiengangs Königisierung (Kingsfication) absolvierte. Auf dem ebenso stilvollen wie gut gesicherten Übungsgelände Windsor durfte er praktische Erfahrungen sammeln in den Bereichen kleine Kutschfahrten, Inspektion einer Ehrengarde, Zapfenstreich mit Märschen, Kunstflugstaffelbeobachtung sowie Fettnäpfchenumgehung bei prunkvollen Staatsbanketten.
Während des gesamten Praktikums war, laut offiziellen Mitteilungen, ein Mitglied der Königsfamilie nicht zugegen. Genau das Mitglied (!), das dem Präsidenten aus gemeinsamen Inselurlaubstagen mit unbeschwertem Partyvergnügen bestens bekannt ist und seit Kurzem den wenig klangvollen Namen Andrew Mountbatten Windsor, statt „Randy-Andy“, tragen muss. Eine Männerfreundschaft mit einer gut gefüllten Vorratskammer an Geheimnissen, von denen der Gast aus Übersee dem freundlichen König einige als Geschenk mitgebracht haben muss.
Wie anders ist es zu erklären, dass nur ein paar Wochen später „The Andrew formaly known as Prince“ von dem freundlichen König in einer noch nie dagewesenen Weise ins Abseits gestellt wurde? So weit ins Abseits, dass er eigentlich nur noch in Übersee Land gewinnen und Menschen treffen kann, die ihn nicht gleich beschimpfen und bespucken, wenn sie ihn sehen. Alles in Allem ein cleverer Schachzug des amerikanischen Kingsficationstudenten. Hat er dann doch gleich zwei Spares in seinem schönen großen Land: Harry und Andy. Beide nicht nur Thronfolgereserven, sondern auch echte Reservisten: der eine aus dem Afghanistan-, der andere aus dem Falkland-Krieg.
Die Tatsache, dass Trump genau in dem Moment, als das britische Ende des ehemaligen Duke of York besiegelt wird, den Ostflügel des Weißen Hauses abreißen lässt, um dort einen riesigen Ballsaal zu errichten, dürfte auch die letzten
Zweifler überzeugen, dass hier die planmäßige Errichtung eines Königreiches in der Neuen Welt mit dem Knowhow und Personal aus der Alten Welt im Gange ist. Hinsichtlich des Hofstaates bzw. der Königsfamilie des zukünftigen King Don I. bleibt festzuhalten, dass dieser über einen eigenen Baron als Thronfolger verfügt. Echter Adel wird über die beiden britischen Spares implementiert. Getreu dem Motto - Mann kann ihnen ihre Pflichten und Prinzentitel nehmen, das blaue Blut aber nicht – müssen sie sich mit Bio-Amerikanerinnen verbinden, was im Falle von Harry bereits vorbildlich erfolgt ist. Für den mittellosen Andrew Mountbatten Windsor wäre Oprah Winfrey eine Option: reich – altersgerecht – meinungsbildend und fähig, ihm ein paar Grundregeln des Interviews beizubringen.
Zwei sind natürlich nicht genug. Zum Glück gibt es Märtha Louise, Spare und Schwester des norwegischen Kronprinzen, die ebenfalls Probleme mit ihrem Prinzessinnentitel bekommen hat. Nicht zuletzt durch ihre Verheiratung mit Durek Verrett, einem vorbestraften Sexguru, Hochstapler und Verschwörungstheoretiker, der aber – hurra! - US-Staatsbürger ist und – abgesehen von der Hautfarbe – offenbar ähnliche Interessen wie der MAGA-Präsident hat. Schließlich gäbe es noch den unehelichen Sohn des Fürsten von Monaco, Alexandre Grimaldi, dessen Mutter allerdings aus Togo stammt. Aber egal.
Wie wird Trump bezüglich der PoC-Frage innerhalb der Hofstaatfamilie entscheiden? Entweder nach dem AfD-Alice-Weidel-Gesetz: Solange uns das Andere als zustimmungssicherndes Aushängeschild dienlich ist, darf es bleiben (und dann weg damit). Oder per Dekret: Wer lupenreine:r Bio-Amerikaner:in ist, bestimme ich, Don I.!
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